Anti-Tabak-Maßnahmen – Luxemburg tut noch nicht genug gegen Zigarette

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Anti-Tabak-MaßnahmenLuxemburg tut noch nicht genug gegen Zigarette

LUXEMBURG - In einer Studie belegt Luxemburg den drittletzten Platz bei der Bekämpfung des Tabakkonsums. Minister Di Bartolomeo will nun das Rauchen in Bars verbieten.

Gesundheitsminister Di Bartolomeo will das Rauchverbot in Bars 2012 durchsetzen.

Gesundheitsminister Di Bartolomeo will das Rauchverbot in Bars 2012 durchsetzen.

DPA

Luxemburg gehört zu den drei europäischen Ländern, die am wenigsten gegen Tabakkonsum kämpfen. Zu diesem Ergebnis kommt die Europäische Vereinigung der Krebsligen, die die europäische Tabak-Kontroll-Skala (TCS) 2010 veröffentlicht hat. Im Ranking landet Luxemburg auf dem 29. Platz vor Österreich und Griechenland. Das Großherzogtum bekommt auf der Skala 33 von 100 möglichen Punkten.

Die Skala bewertet 31 Länder in Europa anhand der sechs Kriterien, die von der Weltbank festgelegt sind: Preiserhöhungen pro Zigarettenschachtel durch die Besteuerung von Tabakwaren, gesetzliche Werbe- oder Rauchverbote an öffentlichen Plätzen, Informationen der Verbraucher sowie Behandlung der Sucht.

Di Bartolomeo mit der Studie nicht einverstanden

Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo ist mit den Ergebnissen der Studie nicht einverstanden: «Die Bewertung berücksichtigt stark den Preisaspekt, deswegen verliert Luxemburg hier viele Punkte», sagte er am Montag auf Anfrage von «L’essentiel Online».

In der Studie werde den Bemühungen der Regierung nicht Rechnung getragen, «die Zahl der Raucher zu verringern: Wir haben den Anteil der Raucher in den letzten sechs Jahren von 33 auf 24 Prozent reduziert». Außerdem sei der Preis pro Zigarettenpackung in den letzten drei Jahren um 50 Cent angestiegen, kontert der Minister.

«Tabak in Luxemburg ist zu billig»

Marie-Paule Prost, Direktorin der luxemburgischen Fondation Cancer, sieht es anders: «Der Preis pro Zigarettenschachtel ist in Luxemburg zu niedrig. Damit tragen wir weitgehend zum Tabaktourismus bei.»

Außerdem seien im Großherzogtum keine abschreckenden Bilder auf Zigarettenpackungen obligatorisch, die Verbraucher auf Gefahren des Rauchens hinweisen. Prost wünscht sich, dass die Regierung das seit 2006 geltende Rauchverbot an öffentlichen Plätzen auch auf Bars und Diskotheken ausweitet.

Das will Minister Di Bartolomeo in den kommenden Wochen angehen. Er werde den Regierungsrat anrufen, um eine Bilanz des Gesetzes zum Rauchverbot zu ziehen und die Anti-Tabak-Maßnahmen fortzuführen. «Im Laufe des kommenden Jahres soll das Rauchverbot auch in Bars und Diskotheken durchgesetzt werden.»

if/MC/L'essentiel Online/Tageblatt

An der Spitze der Skala liegt Großbritannien mit 77 Punkten, gefolgt von Irland (69) und Norwegen (62). Die Nachbarländer Frankreich und Deutschland kommen jeweils auf den sechsten (55 Punkte) und 26. Platz (37 Punkte).

Grünes Licht für strengen Nichtraucherschutz an der Saar

Der Verfassungsgerichtshof im benachbarten Saarbrücken hat grünes Licht für einen strikten Nichtraucherschutz in saarländischen Gaststätten gegeben. Das Nichtraucherschutzgesetz der schwarz-gelb-grünen Landesregierung sei verfassungskonform, urteilte das Gericht am Montag. Die Übergangsregelung für besonders betroffene Gastwirte sei ausreichend. Das Gesetz sieht vor, dass von Dezember an in keiner Gaststätte an der Saar mehr gequalmt werden darf. (dpa)

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