Amnesty International – Luxemburg wegen Waffengeschäften kritisiert

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Amnesty InternationalLuxemburg wegen Waffengeschäften kritisiert

LUXEMBURG - Amnesty International hat sich das Großherzogtum zur Brust genommen. Der Vorwurf: Zu wenige Kontrollen bei Waffengeschäften.

Der illegale Waffenhandel blüht und wird wohl auch über Luxemburg finanziert.

Der illegale Waffenhandel blüht und wird wohl auch über Luxemburg finanziert.

DPA

Luxemburg sollte viel mehr tun, um die Finanzierung der Rüstungsindustrie zu kontrollieren. Zumindest ist dies der Vorwurf, der aus dem Bericht «Banks, Arms and Human Rights Violations» von Amnesty International Luxemburg hervorgeht. «Der Einsatz von illegalen Waffen kostet jedes Jahr eine halbe Million Menschen das Leben», sagt David Pereira, Präsident der Vereinigung.

Laut Amnesty sind insbesondere die Vorschriften und Richtlinien im Luxemburger Bankensektor «nicht ausreichend». So gebe es nur wenig Möglichkeiten, die Banken an der Finanzierung der Herstellung und Weitergabe von Waffen zu hindern, selbst wenn damit schwere Verstöße an den Menschenrechten begangen werden, heißt es in dem Bericht.

Banken sollen genauer hinschauen

Die Studie untersuchte sieben Geldinstitute im Großherzogtum. Die Organisation empfiehlt, die Finanzierung illegaler Waffengeschäfte zu sanktionieren. Luxemburg solle «seine gute Absicht zeigen», sagt Stan Brabant, Direktor von Amnesty International Luxembourg. Er hofft auf die abschreckende Wirkung von Strafen.

Amnesty fordert auch eine genauere Analyse der Banken. «Sie muss ihre Kunden genau kennen und sicherstellen, dass diese nicht in illegale Waffengeschäfte verwickelt sind.» So könnten die Banken auch Klauseln in die Verträge einbauen, womit sie bei entsprechenden Vergehen sofort reagieren dürfen.

Allerdings ist nicht alles schlecht in Luxemburg. «Das Land ist nur eines von elf Ländern, in welchem die Finanzierung von Streubomben verboten ist», sagt Brabant. Außerdem relativiert er: «Die an Luxemburg gegebenen Empfehlungen gelten im Prinzip für fast alle westlichen Länder.»

(Joseph Gaulier/L'essentiel)

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