Ambitioniertes Ziel – Luxemburg will bis 2050 klimaneutral sein

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Ambitioniertes ZielLuxemburg will bis 2050 klimaneutral sein

LUXEMBURG – Das Umweltministerium hat am Donnerstag ambitionierte Klimaziele vorgestellt: Schon bis 2030 will das Großherzogtum seine Emissionen um 51 Prozent reduzieren.

Das Umweltministerium hat ambitionierte Klimaziele vorgestellt.

Das Umweltministerium hat ambitionierte Klimaziele vorgestellt.

Editpress/Fabrizio Pizzolante

In den vergangenen Jahren sind die CO2-Emissionen Luxemburgs zwischen 2016 und 2019 angestiegen. Nach einer kurzen Erholung im vergangenen Jahr werden sie in diesem Jahr voraussichtlich wieder steigen. Umso ehrgeiziger erscheinen die Ambitionen, die Umweltministerin Carole Dieschbourg (déi Gréng) am Donnerstagvormittag vorstellte und die sich aus dem geänderten Gesetz vom 15. Dezember 2020 und aus den Diskussionen über den «Integrierten Nationalen Energie- und Klimaplan» (PNEC) ergeben: Denn bis 2030 will Luxemburg seine Emissionen um 51 Prozent im Vergleich zu 2019 reduzieren. Dies entspräche einer Reduktion von 55 Prozent im Vergleich zu den CO2-Emissionen im Jahr 2005.

Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, sieht das Ministerium in fünf Bereichen Handlungsbedarf. Vorne weg geht der Bestand der Wohn- und Dienstleistungsgebäude. Hier sieht das Ministerium das größte Potenzial. Demnach könnten die Emissionen durch Renovierung, Energieeffizienz und neue Standards schrittweise um 64 Prozent reduziert werden. Aber auch die Industrie müsse die Emissionen innerhalb von neun Jahren um 52 Prozent drosseln, um das Ziel zu erreichen. Ähnliches gilt für den Verkehr (50 Prozent), die Abfall- und Abwasserbehandlung (44 Prozent) und Land- und Forstwirte (27 Prozent).

«Die Reduktionspotenziale sind detailliert analysiert worden»

«Diese Reduktionspotenziale sind detailliert analysiert worden», erklärt Carole Dieschbourg. Es seien realistische Ziele, die durch eine gezielte Steuerpolitik, den Klimapakt mit den Gemeinden, der Aktivierung eines klaren interministeriellen Übergangs sowie dem Fokus auf Forschung und Innovation realisiert werden soll, wie das Ministerium erklärt, das jedes Jahr eine vorläufige Gesamtbewertung für die einzelnen Branchen vornehmen will. Gleichzeitig soll bis 2030 ein Viertel der Energie aus erneuerbaren Quellen stammen, sodass Luxemburg bis 2050 die Klimaneutralität ermöglichen soll.

Es sind allerdings noch kleine Anpassungen geplant. Sollte einer der Bereiche die verfügbaren Emissionen im Laufe des Jahres nicht ausschöpfen, könnten diese auf einen anderen Bereich angerechnet werden. «Vorausgesetzt, die nationalen Ziele werden erreicht», erklärt das Umweltministerium. Zu beachten sei auch, dass aufgrund eines EU-Systems für den Handel mit Treibhausgasemissionen etwa zwanzig große Industrieanlagen sowie der Flugverkehr von diesem Ziel für 2030 ausgenommen seien.

(nc/L'essentiel)

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