Koalitionsplan – Luxemburg will eigene Marihuana-Plantagen
Publiziert

KoalitionsplanLuxemburg will eigene Marihuana-Plantagen

LUXEMBURG – Auf dem Programm der neuen Regierung steht auch die Legalisierung von Cannabis für den Privatkonsum. Allerdings sind noch einige Hürden zu nehmen.

Bis Cannabis für den privaten Gebrauch legal wird, müssen noch einige Hürden genommen werden.

Bis Cannabis für den privaten Gebrauch legal wird, müssen noch einige Hürden genommen werden.

Seit dem durchschlagenden Erfolg der Petition zur Legalisierung von Cannabis, die in diesem Sommer gestartet wurde, ist sie schon in Sicht. Nun ist es offiziell: Die kommende Regierung will den privaten Konsum von Cannabis legalisieren (Anmerkung der Redaktion: hierbei handelt es sich nicht um die Legalisierung von Cannabis zu therapeutischen Zwecken, sondern um Cannabis, das Rauschzustände hervorrufen soll).

Sollte es möglich sein, das Gesetz trotz der Widerstände durch die Opposition von CSV und ADR durchzudrücken, könnte Luxemburg damit in den nächsten fünf Jahren zu den wenigen europäischen Ländern gehören, in denen der Konsum von berauschendem Cannabis nicht strafbar ist. Allerdings müssten hierzu noch weitere Details geklärt werden.

Staat will Cannabis-Qualität kontrollieren

Zunächst müsste die Frage des Verkaufs geklärt werden: Könnte es bald Coffeeshops nach niederländischem Modell geben? Oder wird den Bürgern freigestellt, Pflanzen Zuhause anzubauen wie in Kanada? Wer darf Cannabis kaufen? Und wie kann man gegen einen Schwarzmarkt und Cannabis-Tourismus vorgehen?

Im Koalitionsvertrag heißt es, dass «das Hauptziel darin besteht, die Produktion sowie den Kauf, den Besitz und den Konsum von Cannabis für die persönlichen Bedürfnisse erwachsener Bürger zu entkriminalisieren oder sogar zu legalisieren». Darüber hinaus werde der Staat die Kontrolle über die gesamte Produktionskette und den nationalen Vertrieb haben, um die Qualität des Produkts auf dem luxemburgischen Markt zu gewährleisten. Die Einnahmen aus dem Cannabis-Verkauf will der Staat übrigens in Prävention, Aufklärung und Betreuung rund um das Thema Sucht investieren.


(Patrick Théry/Mathieu Vacon/L'essentiel)

Deine Meinung