Neues Gesetz – Luxemburg will intersexuelle Kinder schützen
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Neues GesetzLuxemburg will intersexuelle Kinder schützen

LUXEMBURG – Der Gesetzesentwurf zum Verbot von Operationen völlig gesunder Kinder soll noch vor Ende 2021 eingebracht werden.

Laut der Uno gelten 1,7 Prozent der Kinder als intersexuell.

Laut der Uno gelten 1,7 Prozent der Kinder als intersexuell.

«Eine Mutter hat mich angerufen, weil ihr Kind eine Operation durchführen lassen wollte. Es wurde ohne Vagina geboren, verbrachte aber eine glückliche Kindheit als Mädchen. Weil sie nun aber einen Freund hat, stand eine Vaginoplastik im Raum», erzählt Dr. Erik Schneider, vom Verein Intersex & Transgender Luxemburg.

Nach Angaben der Uno liegt die Rate der Kinder, die mit Variationen der Geschlechtsorgane geboren werden und als intersexuell bezeichnet werden bei 1,7 Prozent. «Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich höher», sagt der Arzt. Die Regierung versprach ein Gesetz zur Verhinderung von chirurgischen oder medizinischen Eingriffen, sollte die Gesundheit eines Kindes nicht durch seine Intersexualität gefährdet sein.

Verein fordert detaillierte Statistiken

Zusätzlich zum Schutz von Minderjährigen, die zu jung sind, um die Entscheidung zur Operation zu treffen, sollte der Text denjenigen, die alt genug dafür sind, eine Kostenerstattung ermöglichen.

Eine interministerielle Arbeitsgruppe arbeitet an dem Text. «Angesichts der Pandemie wurden die Fristen verschoben. Er soll aber noch vor dem Jahresende dem Parlament vorgelegt werden», teilte das Gesundheitsministerium mit.

Gleichzeitig fordert der Verein Intersex & Transgender eine klare Statistik über die tatsächlich durchgeführten Operationen. Die Mitglieder befürchten zum Beispiel, dass die Hypospadie, eine Variante bei Jungen, bei der die Öffnung des Harnkanals nicht an der Penisspitze, sondern entlang des Penis liegt, von den Ministerien nicht als eine unter das Gesetz fallende Variante angesehen wird. «Operationen bei Hypospadie können zu schwerwiegenden und wiederholten Komplikationen führen, die weitere Operationen erfordern», so Dr. Schneider.

(Séverine Goffin/L'essentiel)

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