Regierungspläne: Luxemburg will «staatliches Cannabis» produzieren

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RegierungspläneLuxemburg will «staatliches Cannabis» produzieren

LUXEMBURG – Nach der Legalisierung von Cannabis-Pflanzen in Privathaushalten wird der nächste Schritt offenbar der staatlich kontrollierte Anbau und Verkauf sein.

von
Jérôme Wiss
Die Regierung plane, «unter staatlicher Kontrolle eine nationale Produktions- und Verkaufskette einzurichten», erklärte Sam Tanson.

Die Regierung plane, «unter staatlicher Kontrolle eine nationale Produktions- und Verkaufskette einzurichten», erklärte Sam Tanson.

Editpress/Fabrizio Pizzolante

Nach dem Gras aus dem Garten kommt das Marihuana vom Staat. Das sind zumindest die Pläne, die Justizministerin Sam Tanson (Déi Gréng) am Mittwochnachmittag vorgestellt hat. Die Pläne zum privaten Eigenanbau waren bereits im Oktober vergangenen Jahres vorgestellt worden, aktuell bahnt sich der entsprechende Gesetzentwurf seinen Weg durch die Gesetzgebung.

Sobald der Text von den Abgeordneten die Zustimmung erhalten hat, kann jeder Haushalt bis zu vier Cannabispflanzen für den persönlichen Konsum in einem privaten Rahmen und durch volljährige Personen anbauen. Es dürfen keine Stecklinge verwendet werden, die Pflanzen dürfen nicht von der Straße aus sichtbar sein und Cannabis in der Öffentlichkeit zu rauchen bleibt verboten.

Drogenhändlern die Geschäftsgrundlage entziehen

Die Justizministerin erklärte: «Das strafrechtliche Regelwerk bleibt natürlich bestehen, außer für den Transport von Cannabis auf öffentlichen Straßen. Sie können bis zu drei Gramm mit sich führen, ohne dass es zu einer strafrechtlichen Verfolgung kommt». Wer allerdings dabei erwischt werde, wie er 2,5 Gramm Cannabis aus dem Garten zu einer Party mitnimmt, riskiere eine Verwarnung mit einer Strafzahlung von 145 Euro, so Tanson. Ebenfalls sind Strafen vorgesehen, wenn mehr als vier Pflanzen gezogen werden oder am falschen Ort gegärtnert wird.

Wer selbst keinen grünen Daumen hat, wird den Plänen des Justizministerium nach in Zukunft wohl auch legal an Cannabis kommen können. Der Schlüssel dazu: staatliches Cannabis. Oder zumindest staatlich kontrolliertes Cannabis. Die Regierung plant nämlich, «unter staatlicher Kontrolle eine nationale Produktions- und Verkaufskette einzurichten, um die Qualität des Produkts zu gewährleisten». Insbesondere sollen so die mit der Herkunft und dem Gebrauch von Cannabis verbundenen Risiken minimiert und die Drogenkriminalität bekämpft werden, indem den Drogenhändlern die Geschäftsgrundlage entzogen wird. Bezüglich der staatlichen Produktionskette seien die Arbeiten noch im Gange, so Tanson, aktuell würden die Pläne mithilfe neuer Daten überarbeitet.

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