Immobilienriese – Luxemburger Adler Group kämpft mit Betrugsvorwurf
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ImmobilienrieseLuxemburger Adler Group kämpft mit Betrugsvorwurf

LUXEMBURG – Fraser Perring, bekannt aus dem Wirecard-Skandal, wirft der Adler Group Bilanzmanipulation vor. Das Unternehmen dementiert den Bericht, die Bafin will den Fall prüfen.

Die Adler Group hält in Deutschland Immobilien mit insgesamt etwa 70.000 Wohneinheiten. (Symbolbild)

Die Adler Group hält in Deutschland Immobilien mit insgesamt etwa 70.000 Wohneinheiten. (Symbolbild)

DPA/Soeren Stache

Die Aktien des luxemburgischen Immobilienunternehmens «Adler Group» haben inzwischen zwar deutlich hinzugewonnen, mussten aber in den vergangenen Tagen einen Verluste von insgesamt über 30 Prozent verkraften. Grund dafür waren sogenannte Leerverkäufer: Investor Fraser Perring von der britischen Firma «Viceroy Research» hatte Vorwürfe gegen den Immobilienkonzern erhoben mit Blick auf die Bilanz. Anleger sollen durch finanzielle Falschdarstellung getäuscht worden sein. Dem ein oder anderen dürfte der Name Fraser Perring bekannt sein: Er war einer der ersten, der auf Unstimmigkeiten beim Zahlungsdienstleister Wirecard hingewiesen hatte.

Adler hat in einer ersten Stellungnahme die Vorwürfe «auf das Schärfste» zurückgewiesen. Der Report enthalte unwahre Unterstellungen. «Die angesetzten Immobilienwerte wurden von unabhängigen, marktführenden Immobilienbewertern ermittelt und von finanzierenden Banken selbständig überprüft», so die Gruppe. Adler kündigte eine ausführliche Stellungnahme an. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin zumindest will die Vorwürfe prüfen, so verschiedene Medien.

Dem Leasinganbieter «Grenke» war es 2020 ähnlich ergangen, wie der «Spiegel» schreibt. «Viceroy» warf auch diesem Unternehmen Bilanztricksereien vor, die von der Bafin geprüft wurden. Letztlich hatte das Unternehmen aber das uneingeschränkte Testat der Prüfungsgesellschaft KPMG für seinen Bericht für das Jahr 2020 erhalten.

(mei/L'essentiel/dpa)

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