«Panama Papers» – Luxemburger Banken an der Spitze der Liste

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«Panama Papers»Luxemburger Banken an der Spitze der Liste

LUXEMBURG - Die «Panama Papers» decken Briefkastenfirmen in mehreren Steueroasen auf. Vier Luxemburger Banken stehen dabei besonders im Blickpunkt.

Ein enormes Datenleck soll nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, WDR und NDR Geschäfte von mehr als 200.000 Briefkastenfirmen offengelegt haben.

Nach einer Grafik des Internationalen Konsortiums investigativer Journalisten (ICIJ) befinden sich vier Luxemburger Banken in den Top Ten der Geldinstitute, die die meisten Briefkastenfirmen für ihre Kunden betreuen. Mit über 1600 Firmen thront mit großem Abstand auf Platz 1 die Experta Corporate & Trust Services, eine Filiale der BIL (Banque internationale à Luxembourg). Auch auf Rang 2 landet ein Geldinstitut aus dem Großherzogtum, die Banque J. Safra Sarasin Luxembourg SA. Des Weiteren sind in den Top 10 die Société Générale Bank & Trust Luxembourg und die Landsbanki Luxembourg SA zu finden.

Banken bestrafen

Der deutsche Grünen-Europapolitiker Sven Giegold fordert nach Medienenthüllungen über Briefkastenfirmen in mehreren Steueroasen mehr Transparenz in diesem Bereich. «Es ist eine Schande, dass wir im Kampf gegen die elendige Steuerflucht auf solche Datenlecks angewiesen sind», erklärte Giegold am Sonntagabend.

«Wir brauchen öffentliche Unternehmensregister, aus denen die wirtschaftlich Begünstigten von Briefkastenfirmen eindeutig hervorgehen», sagte der Finanzexperte. «Die EU sollte Banken mit einer Strafabgabe belegen, die Geschäfte mit intransparenten Firmen machen.»

Entstanden ist das Leck bei der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca, die nach eigenen Angaben über 500 Mitarbeiter auf der ganzen Welt beschäftigt. Auch in Luxemburg hat das Unternehmen einen Sitz. Laut «Legilux» ist Mossack Fonseca unter anderem in Rammeldingen beheimatet.

(jm/dpa/L'essentiel)

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