Live im BVB-Stadion – Luxemburger beeindruckt von der Fan-Reaktion
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Live im BVB-StadionLuxemburger beeindruckt von der Fan-Reaktion

Der Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund hat eine große Welle der Solidarität ausgelöst. Wir haben mit zwei Luxemburgern gesprochen, die im Stadion waren.

Solidarität, Hilfsbereitschaft, Anteilnahme - das bleibt bei Roland Baumann und Paolo Mura in Erinnerung. Die Luxemburger BVB-Fans waren am Dienstag im Stadion, als der Mannschaftsbus von Borussia Dortmund angegriffen wurde. Doch nicht etwa Panik oder Angst haben sie wahrgenommen: «Nach der Absage war die Stimmung und der Zusammenhalt unter den Fans einzigartig. Es haben sich sofort Gruppen gebildet, Schlafplätze wurden angeboten, die Polizei hat jedem mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Das war beeindruckend», erzählt Baumann. «Das hat für mich alles übertroffen», ergänzt Mura. Es hat sich wieder einmal gezeigt: Bei einer bedrohlichen Situation rücken die Menschen zusammen.

Baumann war bereits kurz nach 19 Uhr im Stadion. «Die Frau eines Kollegen hat plötzlich angerufen und uns gesagt, dass es beim Bus der Dortmunder eine Explosion gegeben hätte», berichtet er. Sofort haben alle ihr Smartphone gezückt und sich informiert. Etwas anders lief es bei Mura ab: «Wir dachten zuerst an Fake-News. Erst als es auf dem Rasen unten etwas hektisch wurde, haben wir realisiert, dass wirklich was passiert ist.»

«Die Fans werden heute voll dabei sein»

Die Verantwortlichen hätten alles sehr ruhig und sachlich kommuniziert, lobt Baumann: «Natürlich ist man da erst einmal betroffen. Aber bedroht hat man sich nicht gefühlt.» Die Fans hätten insgesamt sehr besonnen reagiert. «Im ersten Moment ist man sprachlos und nervös. Man weiß ja nicht wirklich, was geschehen ist. Aber alles blieb friedlich», sagt Mura.

Nach und nach seien die Fans schließlich aus dem Stadion gepilgert. Die hohe Polizeipräsenz um den Fußballtempel sorgte dann endgültig für Beruhigung. An der Hotelbar wurde anschließend heftig diskutiert. «Einige haben gesagt, dass sie am Mittwoch nicht mehr zum Spiel gehen. Das sei ihnen zu unsicher. Für mich stand sofort fest, dass ich wieder hier sein werde», sagt Baumann. Auch Mura zweifelte nicht. «Solche Menschen darf man nicht gewinnen lassen. Die Fans werden heute voll dabei sein.»

(Henning Jochum/L'essentiel)

Saibene vor Ort

Auch der Luxemburger Trainer Jeff Saibene war im Stadion. «Wir waren in einer Loge und gerade beim Essen, als die Nachricht kam. Wir sind gleich aus dem Stadion gegangen. Es war sehr seltsam. Wir waren besorgt, dass es noch mehr Explosionen geben könnte. Es fühlte sich nicht gut» sagte der Bielefelder-Coach im Gespräch mit L'essentiel.

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