Sperrmüll-Analyse – Luxemburger entsorgen weniger Sperrmüll

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Sperrmüll-AnalyseLuxemburger entsorgen weniger Sperrmüll

LUXEMBURG – Obwohl die Bevölkerung im Großherzogtum in den vergangenen Jahren größer geworden ist, registriert das Umweltamt in seiner Analyse einen Rückgang des Sperrmülls.

In Luxemburg ist die Menge des Sperrmülls zurückgegangen.

In Luxemburg ist die Menge des Sperrmülls zurückgegangen.

DPA/Jens Büttner

Seit 2014 ist das Sperrmüllaufkommen in Luxemburg um 11,8 Prozent gesunken. Obwohl die Bevölkerung im Großherzogtum um 11,7 Prozent im gleichen Zeitraum gewachsen ist. Dies geht aus der jüngsten Sperrmüll-Analyse hervor, die das Umweltamt am Mittwoch veröffentlichte. Demnach hat sich die Pro-Kopf-Sperrmüllmenge zwischen 2014 und 2019 um rund 20 bis 30 Prozent reduziert.

Die Zusammensetzung des in 2019 über die öffentliche Abfuhr entsorgten Sperrmülls in Gewichtsprozent.

Mit der mittlerweile fünften Erhebung im Zeitraum von 2014 bis 2019, will das Umweltamt abschätzen, wieviel Sperrmüll angefallen ist und wie sich dieser zusammensetzt. Ein besonderes Augenmerk werde hierbei auf die Wiederverwendbarkeit des Sperrmülls gelegt.

Die Entwicklung der Prokopf-Sperrmüllabfälle von 2014 bis 2019.

In dieser Hinsicht sieht das Umweltamt das größte Potenzial bei Holz- und Polstermöbeln. Demnach betrage der über die öffentliche Abfuhr erfasste Gesamtanteil an wieder verwendbarem Mobiliar und Spielsachen rund zwölf Prozent. Bei der Anlieferung im Recyclingpark sei der prozentuale Anteil mit rund 6,9 Prozent deutlich geringer, da Holz und Metall im Recyclingpark getrennt erfasst würden. Außerdem gebe es in mehreren Recyclingparks einen Secondhandshop, in denen Gebrauchtwaren interessierten Bürgern angeboten werden. Auch diese Produkte entfallen demnach.

Gebühr in Recyclingparks wäre sinnvoll

Um diesen Trend fortzusetzen, hält es das Umweltamt für sinnvoll, die getrennte Erfassung und Verwertung sperriger Abfälle kontinuierlich auszubauen. Zudem solle die Sperrmüllabfuhr von Haus-zu-Haus-Sammlung auf Abruf umgestellt werden, um die Leistung verursacherbezogen zu verrechnen.

Wichtig wäre demnach auch, sperrige Abfälle in den Recyclingparks nur unter Aufsicht zu erfassen und so zu sortieren, dass sie später erneut verwertet werden können. Zudem sollte für die Sperrmüllanlieferungen im Recyclingpark eine Gebühr erhoben werden, wie es im Gesetz vorgesehen sei. Nicht verwertbare Abfälle, welche dem Recyclingpark in Säcken angeliefert werden, sollten geöffnet und sortiert werden.

Das Umweltamt kommt zu dem Schluss, dass beinahe zwei Drittel (64,3 Prozent) der Abfälle über andere Verwertungs- und Entsorgungswege beseitigt werden könnten. Nur 35,7 Prozent der Abfälle müssten demnach über die öffentliche Sperrmüllabfuhr entsorgt werden.

Stichproben in Gemeinden und Recyclingparks

Für die Studie hat das Umweltamt nach eigenen Angaben in 22 Gemeinden und Recyclingparks Luxemburgs Stichproben genommen. Kriterien waren unter anderem der Bevölkerungsdichte, der Abfuhrorganisation und deren Frequenz sowie das Vorhandensein von Sperrmüllgebühren.


(L'essentiel)

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