Nach Belgien – Luxemburger Firma lieferte schädliche Masken aus

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Nach BelgienLuxemburger Firma lieferte schädliche Masken aus

LUXEMBURG – Der Hersteller Avrox hatte im Juni 2020 insgesamt 15 Millionen Schutzmasken nach Belgien geliefert. Die Bürger konnten sie dort kostenlos aus der Apotheke bekommen.

Schutzmasken, die in hoher Stückzahl von der luxemburgischen Firma Avrox nach Belgien geliefert wurden, sind potenziell gefährlich für ihre Träger. Einem vertraulichen Bericht des belgischen Instituts für öffentliche Gesundheit (Sciensano) zufolge, sind im Stoff der Masken Nanopartikel enthalten, die sich schädlich auf die Atemwege des Trägers auswirken können, wenn sie eingeatmet werden.

«Die Avrox-Masken enthalten Nanosilber und Titandioxid», heißt es in einem Bericht des Fernsehsenders RTBF. Die Silberpartikel sollen Bakterien abtöten, das Titandioxid ist ein Bleichmittel. Dominique Lison von der Universität der Stadt Löwen erklärt, dass beide Stoffe beim Einatmen zu schweren Lungenentzündungen führen können: «Insbesondere bei Personen, die bereits unter einer Atemwegserkrankung leiden. Also auch bei Covid-19-Patienten.»

Seit 2017 im Luxemburger Handelsregister

Die Firma Avrox sorgte bereits im Juni 2020 für heftige Kritik in Belgien. Der belgische Staat hatte insgesamt 15 Millionen Schutzmasken für rund 32 Millionen Euro bei der Firma bestellt. Nach der verspäteten Lieferung durch Avrox wurden sie kostenlos an die Bürger verteilt. Wie sich später herausstellte, lieferte Avrox allerdings minderwertige Ware, die weder den belgischen noch den internationalen Hygienevorschriften entsprach.

Bei dem Hersteller, der sich in Luxemburg-Stadt niedergelassen hat, handelt es sich nicht um ein Unternehmen, das auf eine längere Geschichte zurückblickt. Avrox ist seit 2017 im Handelsregister eingetragen. Gegründet wurde die Textilfirma von Mohamed Yasin Al-Tahouni, einem auf Malta lebenden jordanischen Geschäftsmann – mit einem Startkapital in Höhe von 60.000 Euro.

(sw/L'essentiel)

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