Verkehr – Luxemburger Gleise sind voll – Immer mehr Verspätungen

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VerkehrLuxemburger Gleise sind voll – Immer mehr Verspätungen

LUXEMBURG – Die Züge der CFL haben immer öfter Verspätung. Wer ist schuld? Die Fahrgäste. Es werden nämlich einfach immer mehr.

Immer mehr Fahrgäste bringen das CFL-Netz an seine Grenzen.

Immer mehr Fahrgäste bringen das CFL-Netz an seine Grenzen.

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Noch ein paar Tage, dann sind die Sommerferien wieder einmal vorbei. Den Pendler schlottern sehr wahrscheinlich schon jetzt die Knie, wenn sie an die unweigerlichen Probleme auf den Schienen denken. Und sie haben dazu allen Grund. Denn zwischen 2014 und 2015 ist die Pünktlichkeit der Züge im Großherzogtum von 92,6 Prozent auf 90,9 Prozent gesunken. Das verkündete Verkehrsminister François Bausch in einer parlamentarischen Antwort am Montag.

Der leichte Abfall kann einfach erklärt werden: Es gibt nämlich einfach immer mehr Fahrgäste – und mehr Bahnhöfe. 22,5 Millionen Passagiere beförderte die CFL 2015. Das sind 60 Prozent mehr als noch 2005. Zudem stammt ein signifikanter Anteil der Züge auf den Gleisen im Großherzogtum aus dem Ausland – grenzüberschreitender Verkehr, der «die Einfuhr von Verspätungen verstärkt». Dass auch Güterzüge die Gleise der Passagierbahnen nutzen, ist eine weitere Quelle für Verspätungen.

Züge aus Richtung Thionville haben am öftesten Verspätung

Die meisten Verspätungen gab es 2015 – wenige wird’s überraschen – auf der Linie 90 zwischen Thionville und Luxemburg. Dort lag die Pünktlichkeitsquote bei 86 Prozent. Am meisten waren die Züge von Thionville zwischen 7 und 7.30 Uhr betroffen. Mit 95 Prozent ist die Linie 10 von Ulflingen in die Hauptstadt am pünktlichsten. Ein Prozent der Züge fielen 2015 wegen technischen Problemen, Unfällen oder immensen Verspätungen komplett aus.

Für François Bausch zeigen diese Zahlen, dass es einen Bedarf gibt, die «Kapazität der Eisenbahninfrastuktur zu erhöhen». Dazu wurden bereits mehrere Projekte auf den Weg gebracht. Zum Beispiel der zweigleisige Ausbau der Strecke zwischen Luxemburg und Sandweiler oder der neue Bahnhof Pfaffenthal-Kirchberg. Weitere sollen bis 2025 folgen: Der Ausbau des Luxemburger Hauptbahnhofs mit mehr Bahnsteigen, die Fertigstellung einer neuen Linie zwischen Luxemburg und Bettemburg und die Erneuerung des Ettelbrücker Bahnhofs mit dem Bau eines dritten Bahnsteigs.

(jd/L'essentiel)

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