Transparency International – Luxemburger halten sich für äußerst korrupt

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Transparency InternationalLuxemburger halten sich für äußerst korrupt

LUXEMBURG - Die Korruption wird schlimmer: Diesen Eindruck hat zumindest eine Mehrheit der befragten Luxemburger, wie eine neue Studie zeigt.

Am meisten korruptes verhalten wird in Luxemburg der Politik zugetraut, gefolgt von der Geschäfts- und Finanzwelt sowie den religiösen Institutionen.

Am meisten korruptes verhalten wird in Luxemburg der Politik zugetraut, gefolgt von der Geschäfts- und Finanzwelt sowie den religiösen Institutionen.

DPA

Eine Mehrheit der von Transparency International befragten Bürger sind der Meinung, dass Korruption in Luxemburg sehr verbreitet ist. Gegenüber dem Vorjahr waren sogar 50 Prozent der Befragten der Meinung, die Korruption sei schlimmer geworden. Zusammen mit den 39 Prozent welche der Meinung sind, das Korruptionsniveau sei unverändert geblieben, sind also rund vier Fünftel aller Luxemburger davon überzeugt, dass Korruption ein weit verbreitetes Problem im Großherzogtum darstellt. Nur 15 Prozent der Befragten finden zudem, dass die Regierung genug gegen die gefühlte Korruption unternimmt.

Korruptes Verhalten wird in Luxemburg am meisten der Politik vorgeworfen, gefolgt von der Geschäfts- und Finanzwelt sowie den religiösen Institutionen. Als Bereiche, in denen am wenigsten Korruption vermutet wird gelten dagegen medizinische und Pflegeeinrichtungen, das Erziehungswesen sowie Nicht-Regierungsorganisationen.

Reale vs. gefühlte Korruption

Die Umfrage, zu der in Luxemburg eine repräsentative Auswahl von 502 Personen befragt wurden, bezieht sich auf die gefühlte Korruption, das heißt, die subjektive Meinung der Bevölkerung. Die Greco-Arbeitsgruppe des Europarats kam erst Anfang Juli zum Schluss, dass es in Luxemburg real sehr wenig Korruption gibt. Das Großherzogtum findet sich zudem im Korruptionsindex der Organisation Transparency International auf Rang zwölf vor Deutschland (Rang 13), Belgien (Rang 16) und Frankreich wieder (Rang 22).

Die Transparency-International-Studie kommt immerhin zu dem Ergebnis, dass 18 Prozent der Befragten schon ein Bestechungsangebot erhalten haben. Nur 88 Prozent dieser Gruppe hatten genügend Skrupel, um das Angebot abzulehnen. Immerhin streben 86 Prozent der Befragten an, einen Korruptionsversuch anzuzeigen.

(L'essentiel Online)

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