Luxemburg – Luxemburger Kommunen wollen weiter fusionieren

Publiziert

LuxemburgLuxemburger Kommunen wollen weiter fusionieren

LUXEMBURG – Die kleinsten Gemeinden im Großherzogtum sollen sich mit ihren Nachbargemeinden zusammenschließen. Gegenwärtig sind drei Projekte im Gange.

Ettelbrück könnte im Projekt Nordstad mit vier weiteren Gemeinden fusionieren..

Ettelbrück könnte im Projekt Nordstad mit vier weiteren Gemeinden fusionieren..

Editpress/Archives / Alain Rischard

Die Gemeinden Luxemburgs sind nach wie vor aufgefordert, sich zusammenzuschließen, um die vor einigen Jahren festgelegte kritische Größe von 3000 Einwohnern zu erreichen. Das Ministerium will die Gemeinden während des gesamten Fusionsprozesses begleiten. Vor allem bei der Beratung und Unterstützung der Kommunalbeamten bei der Ausarbeitung von Gesetzentwürfen.

Laut Emile Eicher, dem Präsident von SYVICOL (Syndicat des Villes et Communes Luxembourgoises) und Bürgermeister von Clerf, kommen die Fusionsprojekte gut voran, wenn die Gemeinden gemeinsame Projekte haben und wissen, was sie wollen: «Es muss eine gemeinsame Vision geben», sagt er. «Wir müssen mit Projekten beginnen, die nicht zu komplex und relativ einfach durchzuführen sind», betont Eicher. Gegenwärtig gibt es drei Projekte.

Wahl und Grosbous

Die Fusion der Gemeinden Wahl und Grosbous steht nach Angaben des Innenministeriums «kurz vor dem Abschluss». «Derzeit werden Workshops organisiert, die Bevölkerung scheint interessiert», so Paul Engel, Bürgermeister von Grosbous. Er hofft, das Referendum 2021 durchführen zu können. Dann könnten die Gemeinden 2023 tatsächlich fusionieren. «Der Prozess braucht Zeit, und ich will nichts überstürzen», sagt er. Seiner Meinung nach wird es wichtig sein, die Identität der beiden Ortschaften von 1050 und 1100 Einwohnern zu wahren und die beiden Schulgruppen beizubehalten.

Waldbredimus und Bous

In Waldbredimus beabsichtigt der neue Bürgermeister, Thomas Wolter, das von seinem Vorgänger initiierte Fusionsprojekt mit Bous fortzusetzen. «Es wird seit 2018 diskutiert. Ich möchte, dass es vor den Kommunalwahlen im Juni 2023 verwirklicht wird».

Projekt Nordstad

Ehrgeiziger scheint auch das Nordstad-Projekt zu sein: Hier wollen fünf Gemeinden (Ettelbrück, Erpeldingen/Sauer, Schieren, Diekirch und Bettendorf) mit insgesamt 25.000 Einwohnern fusionieren. «Der Prozess ist durch die Krise verlangsamt worden, aber wir haben die Gelegenheit genutzt, genauer zu analysieren», sagt Jean-Paul Schaaf, Bürgermeister von Ettelbrück. «Insbesondere müssen wir schauen, wie wir die Arbeitnehmer und ihre Tarifverträge zusammenlegen können», stellt er fest. Bis Ende des Jahres werden Diskussions- und Beteiligungsforen abgehalten. Die Gemeinderäte werden im Jahr 2021 erneut abstimmen, danach hofft Schaaf auf eine Volksabstimmung im Jahr 2022: «Wenn wir den Termin 2023 verpassen, wird es rechtlich komplizierter, die Fusion in der nächsten Amtszeit durchzuführen.»

(jg/L'essentiel)

Deine Meinung