Besuch bei der NBA – Luxemburger Piraten «überfallen» Oakland

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Besuch bei der NBALuxemburger Piraten «überfallen» Oakland

LUXEMBURG/OAKLAND – Die East Side Pirates Berburg-Wasserbillig besuchen ihren früheren Mitspieler Alfonzo McKinnie in den USA. Er hat es bis an die Spitze des Sports geschafft.

Sie sind Bankangestellte, Lehrer, Beamte oder Mitarbeiter von Cargolux. Sie sind allesamt ehemalige Teamkollegen von Alfonzo McKinnie, einem amerikanischen Basketballspieler, der vor drei Jahren noch in der zweiten luxemburgischen Liga auflief. McKinnies Karriere ging in den vergangenen Monaten durch die Decke: Mittlerweile spielt er Pässe auf Stephen Curry, Kevin Durant und DeMarcus Cousins – bei den Golden State Warriors, in der NBA. Seine früheren Kameraden der East Side Pirates Berburg-Wasserbillig wollen ihn in den USA über die Karnevalstage besuchen.

«Wir haben für eine Woche ein Haus angemietet», erklärt Christophe Ney, der sich im Falle McKinnies nun Vorgänger von Warriors-Coach Steve Kerr nennen darf. «Wir haben uns immer wieder Nachrichten geschrieben. So kam letztendlich auch die Reise zustande», ergänzt Ney, der McKinnie bereits im vergangenen Jahr bei seiner ersten NBA-Station in Toronto besucht hat.

« Man muss unten anfangen »

Der ehemalige Pirate schaffte es den zweimaligen Meistertrainer Kerr von sich zu überzeugen. McKinnie kommt seit Beginn der Saison pro Spiel auf durchschnittlich 14 Minuten Einsatzzeit, fünf Punkte und 3,6 Rebounds. Die Delegation aus dem Großherzogtum darf nun einem Training der Warriors beiwohnen und wurde auch zu den Spielen gegen die Sacramento Kings und die Houston Rockets eingeladen. «Dafür mussten wir ihm sein altes Pirates-Trikot mitbringen», lacht Ney.

Der Flügelspieler, dem der Sender ESPN gerade einen Bericht gewidmet hat, hinterließ in Berburg-Wasserbillig einen nachhaltigen Eindruck. «Er war bei uns ein ganz normaler Kerl. Er hatte Respekt vor allen. Geackert hat er wie ein Blöder. Wir haben ihm nicht das Basketballspielen beigebracht. Aber er hat bei uns gelernt, wie man eine Mannschaft führt,» blickt Ney zurück.

Das ESPN-Porträt (siehe Video oben) blickt auch auf McKinnies Zeit in Luxemburg zurück. Der Basketballer erklärt, dass Luxemburg eine völlig neue Erfahrung für ihn war: «Manchmal haben keine 50 Leute bei unseren Spielen zugeschaut.» Dass er dennoch ins Großherzogtum kam, war zum Teil seiner Mutter geschuldet. «Als ich ihr gesagt habe, dass ich in der Nähe von Deutschland spielen will, sagte sie dass ich das Angebot annehmen soll. Sie ist der Meinung, dass man unten anfangen muss, bevor man oben bestehen kann.» Mission erfüllt.

(Nicolas Martin/L'essentiel)

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