Griechenland-Krise – Luxemburger Reaktionen auf das «Greferendum»

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Griechenland-KriseLuxemburger Reaktionen auf das «Greferendum»

LUXEMBURG - Das Ergebnis der Volksabstimmung in Griechenland hat auch in der Luxemburger Innenpolitik zahlreiche Reaktionen hervorgerufen.

2015 04 27, Luxembourg, Minst�re de la Famille, Cdp R�forme du Cong� Parental, Corinne Cahen, Photo Fabrizio Pizzolante

2015 04 27, Luxembourg, Minst�re de la Famille, Cdp R�forme du Cong� Parental, Corinne Cahen, Photo Fabrizio Pizzolante

Editpress/Fabrizio Pizzolante

Luxemburgs Regierungschef Xavier Bettel war der erste Politiker aus dem Großherzogtum, der sich zum Referendum in Griechenland geäußert hat. Der DP-Politiker fordert nun konkrete Verhandlungsvorschläge der Regierung in Athen. «Nach dem Votum liegt es nun bei der griechischen Regierung, Vorschläge zu unterbreiten, wie es weitergehen soll», sagte Bettel am Sonntagabend der Deutschen Presse-Agentur in Luxemburg. Das Großherzogtum führt derzeit turnusmäßig den Vorsitz im Ministerrat der EU.

Man nehme das Ergebnis zur Kenntnis. «Und wir respektieren das Resultat natürlich», sagte Bettel. Er fügte hinzu: «Europa ist stark und ich bin mir sicher, dass wir auch hier Lösungen finden werden.»

Außenminister Jean Asselborn zeigte sich wenig überrascht über das Ergebnis der Volksabstimmung. «Die Griechen wollten Tsipras mehr Spannweite für die Verhandlungen geben. Man darf nicht vergessen, dass 35 Prozent der griechischen Bevölkerung unter der Armutsgrenze lebt, die Situation ist katastrophal.» Der Minister betonte auch, dass «90 Prozent der Griechen in der Eurozone bleiben wollen. Wir müssen jetzt ernsthaft arbeiten. Das Spiel muss aufhören. Für Griechenland kann die Lösung weder China noch Russland, sondern nur EU heißen.»

CSV und Déi Lénk bewerten das Ergebnis aus anderer Perspektive. Der christlich-soziale Abgeordnete Laurent Mosar bedauert, dass «Griechenland einen Schritt in Richtung Euro-Austritt» getätigt habe – und das aufgrund einer «unverantwortlichen und populistischen Regierung». David Wagner von der Partei Déi Lénk sieht hingegen einen «sieg des Volks».

Familienministerin Corinne Cahen (DP) beschäftigt sich mit der Zeit nach dem Referendum. «Und jetzt?», fragt die DP-Politikerin. Der Präsident der Piratepartei, Sven Clement, weist daraufhin, dass die Findung einer Lösung nie ungewisser war als jetzt.

«Ich denke, wenn die Griechen den Sparplan ablehnen, müssen sie halt sehen, wie sie es selbst schaffen, ihren Staatshaushalt in Ordnung zu bringen und gleichzeitig ihre Schulden zurückzuzahlen», schreibt User Jean F. an L'essentiel. «Jedem einzelnen Sparer geht das genauso, wenn er einen Kredit beantragt.» Marvin wiederum sagt: «Die Griechen haben alles richtig gemacht.»

(L'essentiel)

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