Umweltschutz – Luxemburger Recyclinghof geht neue Wege
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UmweltschutzLuxemburger Recyclinghof geht neue Wege

DÜDELINGEN – Im Süden des Landes ist die Menge an Sperrmüll zuletzt deutlich gestiegen. Die Firma Step will das Problem nun in den Griff bekommen – zusammen mit den Bürgern.

Künftig nehmen die Step-Höfe auch sperrige Gegenstände aus Polyethylen und Polypropylen an.

Künftig nehmen die Step-Höfe auch sperrige Gegenstände aus Polyethylen und Polypropylen an.

L'essentiel

In Luxemburg wird zu viel Müll produziert – und das nicht erst seit gestern. Vor allem was den Plastikabfall betrifft, belegt das Großherzogtum seit Jahren im EU-Vergleich einen der unrühmlichen vorderen Plätze. Auch die Firma Step, die in Düdelingen und Tetingen zwei Recyclinganlagen betreibt, kämpft gegen größer werdende Abfallberge: Allein im vergangenen Jahr verzeichneten die Wertstoffhöfe im Süden des Landes 130.000 Besuche, bei denen etwa 10.500 Tonnen Wertstoffe und Müll abgeladen wurden. Die Gesamtkosten für das Recycling beliefen sich auf rund 2,3 Millionen Euro.

Die Verantwortlichen bei Step stellten darüber hinaus auch deutlich größere Mengen an Sperrmüll in ihren Zentren fest. «Wir sprechen von 35,4 Kilogramm pro Einwohner und Jahr. Landesweit liegt der Durchschnitt bei 19,3 Kilogramm. Man muss sich darüber bewusst sein, dass Sperrmüll nicht recycelt wird, auch wenn wir ihn annehmen. Er wird verbrannt», erklärt Christian Arend von Step.

Kläranlage wird aufgerüstet

Damit künftig weniger Sperrmüll in den Gemeinden anfällt, fordert die Firma die Bürger zum Umzudenken auf. Generell müsse die Abfallmenge reduziert, Gegenstände häufiger wiederbenutzt und Wertstoffe verstärkt dem Recycling zugeführt werden. Aus diesem Grund nimmt Step nun auch Plastikgegenstände aus Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) an und recycelt diese. «Dazu zählen Gartenmöbel, Eimer, Wäschekörbe, Geschirr, Getränkekisten aber auch größere Spielwaren. Wir können bis zu 95 Prozent davon wiederverwerten», erklärt Arend. Gegenstände, die noch funktionsfähig sind, werden von den Mitarbeitern aussortiert und im Second-Hand-Bereich angeboten. Da in den vergangenen Monaten auch deutlich größere Mengen an Bauschutt in den Zentren landeten, hat die Firma beschlossen, nur noch sechs Kubikmeter pro Person und Jahr anzunehmen.

Neue Wege geht Step auch in puncto Abwasser: Die Kläranlage in Peppingen wurde von 2005 bis 2009 ausgebaut und reinigt nun das Abwasser von 95.000 Personen. Sie ist damit die zweitgrößte des Landes. Sie soll nun eine vierte Klärstufe erhalten und künftig auch Mirkropartikel wie Medikamente und Hormone aus dem Abwasser filtern. «Unter dem Strich sind wir in naher Zukunft in der Lage, deutlich strengere Werte als die derzeit geltenden einzuhalten», sagt Arend.

(sw/L'essentiel)

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