Fernsehnutzung – Luxemburger sind die größten TV-Muffel der EU
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FernsehnutzungLuxemburger sind die größten TV-Muffel der EU

In keinem anderen Land in der EU verbringen die Menschen weniger Zeit vor der Flimmerkiste als im Großherzogtum. Das hat gute Gründe.

Lieber statisch als bewegt: In Sachen Mediennutzung greifen die Luxemburger lieber zur Presse als sich vor den Fernseher zu setzen.

Lieber statisch als bewegt: In Sachen Mediennutzung greifen die Luxemburger lieber zur Presse als sich vor den Fernseher zu setzen.

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Luxemburg ist das Schlusslicht der EU - zumindest, was den Fernseh-Konsum angeht. Laut einer Studie der RTL-Tochter IP Network zum weltweiten TV-Verhalten, die morgen veröffentlicht wird, verbringen Luxemburger täglich im Schnitt nur knapp 2,5 Stunden (147 Minuten) vor der Glotze. Ähnlich große TV-Muffel sind in Europa nur die Schweizer (146 Minuten).

Zum Vergleich: «TV-Weltmeister» Rumänien kommt auf einen Schnitt von fast sechs Stunden, vor Serbien (306 Minuten), Portugal (298) und den USA (293). Die Nachbarn Frankreich, Belgien und Deutschland liegen mit jeweils rund 220 Minuten im Mittelfeld.

In der Europäischen Union saßen die Menschen 2013 laut Studie täglich 236 Minuten vor der Flimmerkiste. Ein Jahr zuvor war mit einer Minute mehr noch ein neuer Rekord aufgestellt worden. Dennoch: Die TV-Nutzung in der EU sowie weltweit ist laut Studie auf Höchstniveau.

Presse beliebter als TV

In Luxemburg hingegen bleibt der Fernsehkonsum weitgehend stabil: 2010/2011 lag der Schnitt hierzulande noch bei 151 Minuten, in den beiden folgenden Jahren bei 143 und im letzten Erhebungszeitraum 2012/2013 bei 147 Minuten. Generell greifen die Luxemburger entgegen dem europäischen Trend lieber zur Presse, zum Beispiel wenn es um Informationen über das nationale politische Geschehen geht (Quelle: Standard Eurobarometer 80 vom Herbst 2013).

Zu den beliebtesten TV-Sendern der Luxemburger zählen RTL Télé Letzebuerg mit einem Marktanteil von 14,3 Prozent im Zeitraum Montag bis Freitag, 7 bis 1 Uhr, gefolgt von ProSieben (11,7), RTL (10,1), ZDF (9,9), ARD (7,2), SAT.1 (4,5) und TF 1 (4,2).

Auch wenn der TV-Konsum hierzulande eher niedrig ist, ist Luxemburg dagegen Vorreiter beim digitalen Fernsehen: Fast 100 Prozent der Haushalte verfügen über einen solchen Anschluss. Über die Hälfte der TV-Seher in Luxemburg sieht über Kabel fern, weitere 17,3 Prozent über IPTV und 19,6 Prozent über einen Digitalsatelliten. Immerhin knapp zehn Prozent empfangen die Fernsehprogramme über eine digitale Antenne.

Die «Television International Key Facts», wie die knapp 200-seitige Studie offiziell heißt, seien der Beweis dafür, dass Fernsehen noch immer lebendig sei, sagte Marc Schorestene, Geschäftsführer von IP Network, bei der Vorstellung - aber Veränderung stünden bevor.

Trend zum «Social TV»

Die größte Veränderung sehen die Studienmacher derzeit im Trend zum sogenannten «Social TV», bei dem die Zuschauer über ihr Smartphone oder ihr Tablet an den Sendungen partizipieren können, etwa über Facebook oder Twitter . Diese Interaktivität und Einbeziehung des Zuschauers habe dem Fernsehen laut Schorestene bisher gefehlt.

Dem «Social TV» entgegen kommt eine technische Entwicklung. Immer mehr Menschen besitzen der Studie zu Folge ein Smartphone oder Tablet, das sie beim Fernsehen als «Second Screen» nutzen. Demnach hatten in der EU 2013 fast zwei von drei Personen ein Smartphone (64 Prozent), jeder Siebte ein Tablet (14,2 Prozent). In Deutschland lagen die Werte bei 63,7 (Smartphone) und 17 Prozent (Tablet). Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Tablet-Besitzer in der EU verdoppelt. Für Luxemburg liegen hier keine Zahlen vor.

Ein anderer Trend seien hochwertige Serien («Quality TV») mit preisgekrönten Darstellern, sagte Schorestene. Serien wie zuletzt «True Detective» mit Oscargewinner Matthew McConaughey seien von Filmen kaum noch zu unterscheiden.

Gleichzeitig gibt es die Trendwende zur heimischen Serien-Produktion. Diese besetzen laut Studie in zwei Dritteln der jeweiligen Fernsehmärkte die Spitzenpositionen.

(L'essentiel/jt mit dpa)

Hintergrund

Die «Television International Key Facts» werden seit 1994 jährlich von der internationalen Vermarktungstochter IP Network der in Luxemburg ansässigen RTL-Gruppe herausgegeben und analysieren das Fernseh-Verhalten 35 europäischer Länder sowie von Brasilien, China, Japan und den USA.

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