Europäischer Vergleich – Luxemburger sind in Sachen Alkohol weit vorne

Publiziert

Europäischer VergleichLuxemburger sind in Sachen Alkohol weit vorne

LUXEMBURG – Laut einer am Freitag veröffentlichten Studie können auch schon geringe Mengen Alkohol erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

In Luxemburg ist der Pro-Kopf-Verbrach von Alkohol sehr hoch.

In Luxemburg ist der Pro-Kopf-Verbrach von Alkohol sehr hoch.

Die Einwohner Luxemburgs gehören zu den größten Alkoholtrinkern in Europa, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Das geht aus einer Studie hervor, die am Freitag von der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde. Die meisten alkoholischen Getränke pro Tag (Wein, Bier, Hochprozentiges) konsumierten im Durchschnitt Männer in Rumänien (8,2), gefolgt von Portugal und Luxemburg (je 7,3). Bei den Frauen liegen die Ukraine (4,2), Andorra und Luxemburg (je 3,4) an der Spitze. Standardgetränke oder Gläser enthalten etwa 10 Gramm reinen Alkohol, beispielsweise ein kleines Glas Rotwein (100 Milliliter) oder einem Glas Whiskey (30 Milliliter)

Laut der Studie birgt der tägliche Konsum von Wein oder Bier erhebliche Gesundheitsrisiken. Einer von drei Alkoholtrinkern stirbt jedes Jahr an alkoholbedingten Gesundheitsproblemen, besagt die Studie. Weltweit gibt es 2,4 Milliarden Trinker, davon sind 63 Prozent Männer. Die Studie bewertete den Alkoholkonsum und seine gesundheitlichen Auswirkungen in 195 Ländern zwischen 1990 und 2016. Wie die Autoren errechneten, verursachte Alkohol 2016 rund 2,8 Millionen Tote. Im Jahr 2016 war der Alkoholkonsum weltweit der siebtgrößte Faktor für einen vorzeitigen Tod und die häufigste Todesursache bei Menschen zwischen 15 und 49 Jahren (darin einbegriffen sind Folgen wie Verkehrsunfälle, Selbstmorde oder Tuberkulose). Alkohol ist mit fast jedem zehnten Todesfall in dieser Altersgruppe verbunden.

Auch wenig Alkohol ist schädlich

Ein Getränk pro Tag während eines Jahres erhöht das Risiko einer alkoholbedingten Krankheit (Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Zirrhose, Unfälle, Gewalt usw.) bei Menschen im Alter von 15 bis 95 Jahren um 0,5 Prozent, verglichen mit Nichttrinkern. «Dies entspricht etwa 100.000 Todesfällen pro Jahr», sagt Dr. Emmanuela Gakidou vom Institute of Metrology and Health Assessment von der University of Washington, Co-Autorin der Studie.

«Die mit Alkohol verbundenen Gesundheitsrisiken sind enorm», sagt sie. Laut ihr untermauern diese Ergebnisse andere Studien, die «klare Zusammenhänge zwischen Alkoholkonsum und vorzeitigem Tod, Krebs und Herz-Kreislauf-Problemen aufgezeigt haben». «Der Mythos, dass ein oder zwei Gläser pro Tag nicht schädlich sind, bleibt ein Mythos.» Nur der komplette Verzicht minimiert das allgemeine Risiko zu erkranken.

(L'essentiel/AFP)

Deine Meinung