«Neistart Lëtzebuerg» – Luxemburger sollen nach Corona ökologischer bauen
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«Neistart Lëtzebuerg»Luxemburger sollen nach Corona ökologischer bauen

LUXEMBURG – Umweltministerin Carole Dieschbourg und Energieminister Claude Turmes erklärten, wie die Regierung den Corona-Exit und den Klimaschutz im Einklang gestalten will.

Wie kann die Luxemburger Wirtschaft wieder ins Rollen kommen ohne dass dabei der Klimaschutz vernachlässigt wird? Dazu gaben Umweltministerin Carole Dieschbourg (déi gréng) und Energieminister Claude Turmes (déi gréng) am Freitagnachmittag eine Pressekonferenz. Vorsicht sei bei einer Pandemie in gleichem Maße geboten, wie beim Klimaschutz, der durch das Coronavirus nichts an Aktualität verloren habe. «Ich wünsche mir beim Klimaschutz das gleiche Engagement, wie beim Kampf gegen Corona», sagte Turmes.

Am Donnerstag sei der Klimaplan des Großherzogtums an die EU übermittelt worden. Dieser sieht vor, den Anteil der erneuerbaren Energien auf 25 Prozent zu steigern. Neben dem Ausbau des öffentlichen Transports soll dies vor allem durch das Programm «Clever Wunnen» realisiert werden. Laut der Umweltministerin sind in Luxemburg die Gebäude für zwölf Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Durch das Förderprogramm wolle die Regierung «weg von den fossilen Brennstoffen». Turmes erklärte, dass durch die Gebäudesanierungen auch den 7000 Betrieben des Landes, die die Arbeiten durchführen, unter die Arme gegriffen werde. «Es war noch nie so interessant, Energie einzusparen, wie im Moment», sagte Turmes.

« Neue Ölheizungen sind keine gute Idee »

Carole Dieschbourg ging im Anschluss ins Detail: 250.000 Wohneinheiten gebe es derzeit in Luxemburg. 200.ooo davon kommen nach Ansicht der Ministerin für eine energetische Sanierung in Frage. Dadurch könnten nicht nur die CO2-Emissionen und die Kosten gedrückt, sondern auch der Wohnkomfort erhöht werden. Insgesamt erhöhe die Regierung die Beihilfen dafür um 50 Prozent.

Mit bis zu 3300 Euro könne eine Energieberatung bezuschusst werde, bei Sanierungen kann die Beihilfe maximal 30.000 Euro betragen. Wer seine Öl- oder Gasheizung austauscht erhalte dafür in Zukunft 30 Prozent mehr Geld vom Staat. Bedeutet: Bis zu 6000 Euro für eine Pellet-Heizung und bis zu 10.000 Euro für eine Wärmepumpe. Laut Turmes ist eine neue Ölheizung zwar nicht verboten, «aber keine gute Idee». Ein Verbot von Ölheizungen könnte laut dem Energieminister jedoch in zehn bis 15 Jahren kommen.

(L'essentiel)

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