«Phonebitch» – Luxemburger Telefon-Sex-Star zeigt sein Gesicht
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«Phonebitch»Luxemburger Telefon-Sex-Star zeigt sein Gesicht

LUXEMBURG – Die «Phonebitch» zählt beim Telefonsex zu den ersten Adressen im Großherzogtum. Bei «L’essentiel» erzählt sie von ihren verrücktesten Kunden – und ihren Namen.

Sandra Bewer – so heißt eine der populärsten Stimmen den Großherzogtum. Aber vielen Luxemburgern wird sie eher unter dem Namen «Phonebitch» bekannt sein. Denn Sandra Bewer war eine der wenigen Damen, die in Luxemburg Telefonsex angeboten haben. Zwölf Jahre machte sie den Job – neben ihrer Haupttätigkeit in der Security-Branche. Bewer erlebte dabei so irre Geschichten, dass sie begann, sie aufzuschreiben. Erst in einem Weblog (phonebitch.blogspot.com), später in Buchform. Nach zwölf Jahren ist Schluss mit dem Telefonsex auf Lëtzebuergisch. Bewer zieht nach England um. Deshalb gibt sie jetzt ihre Identität preis – und spricht mit L’essentiel.

Frau Bewer – was törnt den Luxemburger an?
Sandra Bewer: Die Telefonsex-Szene wird hier gerne verschwiegen. Der Luxemburger hat keinen Sex, geht nicht fremd, macht so etwas nicht. Dabei sind die Luxemburger gar nicht so gehemmt, wie man denkt. Vielleicht nach außen – aber auf der Telefonleitung, da geht es ab. Manche haben ganz schön extreme Wünsche. Der Luxemburger ist kreativ.

Was war denn ihr ausgefallenster Kunde?
Es gab einmal einen, der versuchte einen «Karotten-Gangbang» mit sich selbst zu machen. Er kaufte sich jeden Tag Karotten und steckte sich eine nach der anderen in seinen Hintern – um die perfekte Möhre zu finden. Er hat dabei mit mir telefoniert. Es hat ihn erregt, wenn ich ihm zugehört habe.

Bleiben die Anrufer anonym?
(lacht) Sie heißen alle immer Jean. Allerdings vergessen viele, ihre Nummer zu blockieren. Einige Kunden rufen aus ihrem Büro an. Ich hatte einmal einen Kunden, der verlor seinen Job deswegen. Am meisten klingelt das Telefon am Samstagmorgen. Dann, wenn die Ehefrau einkaufen geht. Oder in der Mittagspause.

Sie ziehen jetzt nach England um – machen sie dort weiter Telefonsex?
Ja – dort mache ich das auf Englisch. Die Engländer stehen auf Frauen mit französischem oder deutschem Akzent. Und beides beherrsche ich. Leider kann mich dort niemand mehr aus Luxemburg anrufen. Das ist schade für die vielen Stammkunden, die ich hier habe.

Wie sind Sie zu ihrem Nebenjob gekommen?
Durch einen Freund. Wir haben aus Spaß ein paar Sprüche losgelassen, ich sagte lasziv: «Ruf mich an!» Als er das hörte, sagte er, ich hätte genau die richtige Stimme für so etwas. Und er arbeitete bei der Post und organisierte mir die sogenannte Servicenummer, mit der ich mein Geld verdiene. Am Anfang war es schwer. Da musste ich mir erst einmal gewisse Tricks aneignen. Aber es gibt auch viele Leute, die einfach nur reden wollen.

Was sagt ihr Freund zu ihrem Nebenjob?
Telefon ist Telefon, privat ist privat.

(sen/L'essentiel)

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