Spanischer Hersteller – Luxemburger Tram kommt aus Spanien
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Spanischer HerstellerLuxemburger Tram kommt aus Spanien

LUXEMBURG – Die Trams, die ab Mitte 2017 durch die Hauptstadt fahren, werden von einem spanischen Hersteller gebaut. Mit an Bord: ein revolutionäres Antriebssytem.

Das spanische Unternehmen CAF baut die Tram für die Hauptstadt des Großherzogtums: Die Betreiberfirma Luxtram hat eine Bestellung über 21 Straßenbahnzüge für insgesamt 83 Millionen Euro abgeschickt. Diese sollen ab Mitte 2017 den ersten Streckenabschnitt zwischen Luxexpo und Hauptbahnhof bedienen. «Und wenn es dann weitergeht, bis zur Cloche d'Or und zum Findel, kommen elf weitere Bahnen hinzu», erklärt Luxtram-Generaldirektor André von der Marck.

Von der Marck enthüllte im Gespräch mit L'essentiel auch das neue Antriebssystem der Tram. Die fährt in der Innenstadt nämlich aus Gründen des Denkmalschutzes ohne Oberleitung – und ohne Stromschiene. «An den sechs Haltestellen im Stadtzentrum wird in den Boden eine elektrische Anlage eingebaut», erklärt Von der Marck. «Wenn die Bahn dort hält, fährt ein mechanischer Arm auf den Boden und schließt einen elektrischen Kontakt.» Während die Bahn oben Passagiere einlädt, wird so unter dem Chassis eine Batterie geladen. «Damit wird das Fahrzeug dann für die Weiterfahrt mit Strom versorgt», sagt von der Marck.

CAF-Trams fahren bereits durch Europa

Im spanischen Saragossa werde der Roboterarm bereits erprobt und funktioniere dort seit zwei Jahren. Gefährlich für Fußgänger sei das System übrigens nicht. «Die elektrische Anlage steht nicht unter Strom, wenn keine Straßenbahn darüber steht», sagt von der Marck.

Die Bahnen von CAF fahren bereits durch viele Städte in Europa: unter anderem in Stockholm, Birmingham und Nantes. Auch die australische Metropole Sydney setzt auf CAF und hat Trams bei dem Hersteller aus der baskischen Stadt Beasáin bestellt. Für das Luxemburg-Geschäft stach das Unternehmen sogar den französischen Bahnriesen Alstom aus.

(Tobias Senzig/L'essentiel)

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