«Metallica Day» in Kalifornien – Luxemburger und Trierer feiern 40 Jahre «Metallica»
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«Metallica Day» in KalifornienLuxemburger und Trierer feiern 40 Jahre «Metallica»

TRIER/LUXEMBURG/SAN FRANCISCO – Wenn die größte Metal-Band der Welt zur Geburtstagfeier nach Kalifornien lädt, kommen die Fans aus der ganzen Welt, sogar aus der Großregion!

Am 28. Oktober 1981 gründeten James Hetfield und Lars Ulrich in Los Angeles die Band «Metallica». 40 Jahre später ist der Name aus der international Rock- und Metal-Szene nicht mehr wegzudenken und spätestens mit Erscheinen des schwarzen Albums im Jahr 1991 auch im Mainstream salonfähig geworden. Am vergangenen Dezember-Wochenende hatte das Quartett in seine Wahlheimat nach San Francisco geladen. Das 40. Band-Jubiläum sollte nicht nur mit zwei Arena-Shows im neuen, erst 2019 eingeweihten Chase Center gebührend gefeiert, sondern gleich auf die ganze Stadt ausgeweitet werden. Das ging soweit, dass Bürgermeisterin London Breed den 16. Dezember ganz offiziell zum «Metallica Day» erklärt hat.

Nur wer bei einer Auslosung im Sommer gezogen wurde, durfte überhaupt erst Tickets für die exklusiven Shows erwerben. Unter den glücklichen Gewinnern waren auch der Luxemburger Rene Clement und der Trierer Schlagzeuglehrer Stephan Zender. Beide sind keine Unbekannten in der Szene. Der Schifflinger ist ein bekannter Fan-Shirt-Motiv-Designer für diverse «Metallica»-Fanclubs. Und Zender haut bei Deutschlands bekanntester «Metallica»-Tribute-Band «My'tallica» in die Kessel. Beide sind seit den Achtzigern «Metallica»-Fans und haben die Band aus San Francisco an die 40 Mal gesehen.

Zum großen Geburtstag der Band nach Kalifornien zu reisen, war für beide dann aber doch eine ganz neue Erfahrung. Gerade Clement ist sichtlich stolz als einziger Luxemburger am gigantischen Geburtstags-Event teilzunehmen: «Ich kann behaupten, dass ich der Einzige aus einem ganzen Land war. Ich hab mein Land repräsentiert. Das ist das, was einfach geil ist!»

Beide werden Zeuge, wie James Hetfield, Lars Ulrich, Kirk Hammett und Robert Trujillo zwei ausverkaufte Arena-Shows mit komplett unterschiedlichen Setlists aufs Parkett zaubern. Die erste Nacht am Freitag startet mit dem ersten je geschriebenen «Metallica»-Song «Hit the Lights» und endet mit «Spit Out The Bone», dem vorerst letzten. Bei der zweiten Show am Sonntag geht es chronologisch rückwärts durch die Diskographie. «Ich find es immer noch ultrageil zu sehen mit welcher Intensität und Leidenschaft die Band performt. Wenn der Lars auf die Bühne kommt, der haut einfach rein, als ob es kein Morgen gäbe», schwärmt Zender. «Ich bin hin und weg, das war meine Pilgerfahrt. Ich würde es direkt wieder machen», findet auch Clement, der die über 9000 Kilometer lange Interkontinental-Strecke nach San Francisco für ein verlängertes Wochenende allein auf sich genommen hat. «Ich hab keine Nacht länger als drei Stunden geschlafen, aber das war es wert», lacht er.

Als größtes Highlight der Konzerte, die auf einer Bühne in der Mitte der Arena umrundet von Fans stattfinden, benennen beide Songs, die die Band für die besonderen Shows rausgepickt hat. Unter anderem feiert der bluesige Hard-Rocker «Fixxxer» vom 1997er Album «Reload» sein Live-Debüt, der schon seit Jahren von eingefleischten Fans gewünscht wird. Clement unterstreicht, dass es diese seltenen Songs vielleicht nie wieder zu hören geben wird.

Aber nicht nur in der riesigen Chase Center-Arena regierten an diesem Wochenende die verzerrten Gitarren-Klänge. In ganz San Francisco verstreut finden kleine Konzerte aus dem «Metallica»-Universum statt, die Bandflaggen zieren Straßenlaternen, die Fans sind in der ganzen Stadt unterwegs, sogar ein Beach-Cleaning der bandeigenen Wohltätigkeitsstiftung «All Within My Hands» wurde organisiert. «Das Event hat sich wirklich durch die ganze Stadt gezogen. Das war echt beeindruckend. Metallica verbindet halt», resümiert Stephan Zender. Und obwohl Rene Clement zum Interview-Zeitpunkt schon am Flughafen-Gate auf seinen Rückflug wartet, hat er es geschafft, ein Stück aus dem Großherzogtum in den heiligsten Bereich eines jeden «Metallica»-Fans zu befördern: seine selbstgestaltete Luxemburg-Metallica-Flagge haben Angestellte der Band mit ins «Metallica»-Headquarter genommen, nachdem Clement sie darum gebeten hatte. «Schließlich sind wir über 9000 Kilometer geflogen», so der Schifflinger. Vielleicht wird nun das nächste «Metallica»-Album unter den wachsamen Augen des roten Löwen komponiert...

Als Weihnachtsgeschenk für die Fans gibt es beide Geburtstags-Shows vom 24. bis 27. Dezember erneut auf Amazon Prime kostenlos im Stream zu sehen.

(Dustin Mertes/L'essentiel)

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