Verkehr – Luxemburger Züge sollen strenger überwacht werden

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VerkehrLuxemburger Züge sollen strenger überwacht werden

LUXEMBURG – Der große Bruder rüstet auf: In CFL-Züge und Bahnhöfe sollen noch mehr Überwachungskameras kommen. Zudem wird die Sicherheitsmannschaft verstärkt.

Bei der deutschen Polizei werden bereits sogenannte «Bodycams» eingesetzt.

Bei der deutschen Polizei werden bereits sogenannte «Bodycams» eingesetzt.

Dpa

Jedes Jahr kommt es zu Gewaltakten in den öffentlichen Verkehrsmitteln in Luxemburg. Im Jahr 2015 verzeichnete die Polizei 109 Angriffe in den Bahnhöfen und Zügen. Das ist ein Anstieg von 79 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in dem es gerade einmal zu 61 Fällen kam. Um gegen diesen Trend anzugehen, fragten die CSV-Chamber-Abgeordneten Diane Adehm und Gilles Roth, ob es möglich ist, das Personal der Luxemburger Staatsbahn CFL mit sogenannten «Bodycams» auszustatten. Das sind kleine Kameras, die die Bahnmitarbeiter an der Brust tragen können. Die Deutsche Bahn testet derzeit dieses System.

Das sei in Luxemburg aber nicht angebracht, antwortet Verkehrsminister François Bausch (Déi Gréng). «Da in den Zügen und Bussen der CFL sowie in den großen Bahnhöfen bereits Überwachungskameras sind, wird es nicht als zweckdienlich gesehen, das Personal in den Zügen mit zusätzlichen Kameras auszustatten», erklärt Bausch in einer parlamentarischen Antwort, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Dennoch will die CFL die Überwachung an Bord ihrer Züge und in den Bahnhöfen ausbauen. Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma sollen in Zukunft zehn Prozent aller Züge begleiten. Derzeit sind es drei bis vier Prozent. Die Sicherheitsleute sollen zudem nach 22 Uhr sowie an Samstag- und Sonntagmorgen in den Verkehrsmittel patrouillieren. Und: Auch das Netzwerk der RGTR-Busse soll bald mit Kameras ausgestattet werden. «Darüber wird schon bald eine Entscheidung gefällt», erklärte Bausch.

(jd/L'essentiel)

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