Jetzt im Kino – Luxemburgerin altert im Strand-Horror «Old»
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Jetzt im KinoLuxemburgerin altert im Strand-Horror «Old»

Die luxemburgische Schauspielerin Vicky Krieps sieht in M. Night Shyamalans neuestem Mystery-Werk ihre Familie in rasender Geschwindigkeit altern.

Seit Regisseur M. Night Shyamalan in «The Sixth Sense» den kleinen Haley Joel Osment tote Menschen sehen ließ, gilt er als Mystery-Wunderkind in Hollywood, auch wenn er trotz Kassenschlagern wie «Unbreakable», «Signs» und «Split» nie mehr so ganz an seinen Überraschungs-Erfolg von 1999 herankam. Seit Donnerstag läuft sein neuester Film «Old» in den Kinos und mit an Bord ist die luxemburgische Schauspielerin Vicky Krieps in einer der Hauptrollen.

Die Luxemburgerin wird als Teil einer zusammengewürfelten Touristengruppe mit ihrer Familie an einen traumhaften Strand gebracht, der - wie sollte es anders sein - ein düsteres Geheimnis birgt: Menschen altern in der rätselhaften Paradies-Kulisse in rasender Geschwindigkeit, aus Kindern werden Teenies, aus Teenies werden Erwachsene, aus Erwachsenen werden Senioren und dann klopft auch schon der Tod an die Tür. All das passiert innerhalb weniger Stunden und eröffnet das vielversprechende Countdown-Setting für einen spannenden Überlebenskampf. Eigentlich.

Im Gegensatz zu seinen Genre-Großtaten lässt sich Shyamalan in «Old» kaum Zeit, um dem unerklärlichen Grauen in der Strand-Kulisse seinen Lauf zu lassen, sondern verrät bereits viel zu früh den Dreh- und Angelpunkt des Mystery-Thrillers, viele zentrale Momente sind gar schon aus dem Trailer bekannt. Während der Zuschauer also schon zu großen Teilen aufgeklärt ist, tappt die Touristengruppe weiter viel zu lange im Dunkeln und strapaziert mit zunehmend irrationalen Aktionen die Nerven des Kinosaals. Spannungs-fördernde Momente und ein potenzielles Kammerspiel sucht man über weite Strecken vergebens.

Vicky Krieps spielt in fast schon intimen Großaufnahmen gegen den unoriginellen Figuren-Mix mit inhaltsleeren Dialog-Bruchstücken an, kann aber den Horror einer plötzlich in rasender Geschwindigkeit alternden Familie auch nur in Ansätzen transportieren. Die unter anderem mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnete Charakter-Darstellerin geht im unruhigen Erzählstil von Shyamalan regelrecht unter, oft springt der eigentlich so versierte Mystery-Meister viel zu chaotisch zwischen wichtigen Momenten hin und her und verliert dabei seine Figuren und vor allem seine Zuschauer aus den Augen. Wirklich explizit wird der Horror in «Old» dabei fast nie. Statt blutiger Details legt der Film den Fokus auf die Reaktionen seiner Figuren.

Spätestens seit «The Sixth Sense» weiß jeder Filmfan, dass jede Information über die Auflösung eines Shyamalan-Films eigentlich tabu ist. Nur so viel sei gesagt: In «Old» funktioniert das Finale um den mysteriösen Strand besser als der Rest des Films und zeigt, was aus der spannenden Ausgangsidee hätte werden können.

(dm/L'essentiel)

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