«Ashia Cheetah Center» – Luxemburgerin rettet Geparden in Südafrika
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«Ashia Cheetah Center»Luxemburgerin rettet Geparden in Südafrika

LUXEMBURG/KAPSTADT – Die Luxemburgerin Chantal Rischard hat das «Ashia Cheetah Center» in Südafrika gegründet, um Geparden zu retten.

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Chantal Rischard aus Luxemburg mit einem wieder angesiedelten Weibchen.

Chantal Rischard aus Luxemburg mit einem wieder angesiedelten Weibchen.

Stephan Illenberger et Chantal Rischard
Blick auf das Ashia-Zentrum, die Rezeption und das Wasserreservoir.

Blick auf das Ashia-Zentrum, die Rezeption und das Wasserreservoir.

Stephan Illenberger et Chantal Rischard

Wenn der Ruhestand kommt, gehen manche Leute Angeln. andere stricken oder lernen Englisch. Für Chantal Rischard war dies keine Option. Sie ließ alles hinter sich, um sich in Südafrika um Geparden zu kümmern.

Nach einer erfolgreichen Bankkarriere mit ihrem Mann hat die Luxemburgerin, die seit ihrem 20. Lebensjahr in Deutschland lebt, 2014 ihr Haus in der Nähe von Frankfurt verkauft – und alles andere auch. Sie ging nach Kapstadt, um ihren Traum von Katzen und Südafrika zu verwirklichen.

«Für den Artenschutz muss man Geld ausgeben»

«Schon als Kind habe ich statt der Puppen die Katze in die Wiege gelegt», sagt die 61-Jährige und lächelt. Eine Leidenschaft, die durch viele Reisen noch genährt wurde. Dennoch musste sie für ihren großen Traum bis zu ihrer Rente warten. «Für den Artenschutz muss man Geld ausgeben, also war es notwendig», sagt Rischard.

Vor fünf Jahren nahm der Traum Gestalt an. Auf einer 35 Hektar großen Farm zwischen Weinbergen und Guavenbäumen in Paarl, 45 Minuten von Kapstadt entfernt. Das Paar gründete das «Ashia Cheetah Center», «um Geparden ein gutes Leben zu bieten», wie sie sagt. Ashia bedeutet Leben und Hoffnung. Die Herausforderung: «Beweisen, dass es möglich ist, in Gefangenschaft geborene Geparden wieder in die freie Wildbahn zu entlassen.»

«Sie sind wie unsere Kinder»

Während andere sie im Nahen Osten für 8000 bis 15.000 Dollar verkaufen, kauft das Ehepaar Katzen von anerkannten Zuchtzentren, macht sie mit der Wildnis vertraut und bietet sie dann in Reservaten an. Ashia hat bereits 22 von ihnen freigelassen. Pflege, Verpflegung, Personal, Forschung – das Paar finanziert alles. «Sie sind wie unsere Kinder», sagt sie.

Ein Jahr lang lernen die Katzen in sicherer Entfernung von den Menschen die Grundlagen: mit 60 bis 70 Stundenkilometer laufen, in unregelmäßigem Tempo fressen, ein Spiel eröffnen. Dann kommt die Zeit der Jagd in überwachten Übergangsreservaten. «Manche brauchen ein paar Tage, andere mehrere Wochen, um ihre erste Beute zu erlegen», erklärt Rischard. Das Ziel ist die Freiheit. Für die Geparden wie für die Luxemburgerin.

(Nicolas Martin/ L'essentiel)

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