Chamber-Diskussion – «Luxemburgisch droht zu verschwinden»
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Chamber-Diskussion«Luxemburgisch droht zu verschwinden»

LUXEMBURG – Luxemburgisch und dessen Gebrauch in der Arbeitswelt ist am Dienstag in der Abgeordnetenkammer Thema einer Fragestellung an die Regierung.

Zu wenige Arbeitnehmer nutzten die luxemburgische Sprache in ihrem Beruf, findet Fred Keup.

Zu wenige Arbeitnehmer nutzten die luxemburgische Sprache in ihrem Beruf, findet Fred Keup.

L'essentiel/Vincent Lescaut

Der Stellenwert der luxemburgischen Sprache im Job wird am Dienstag Diskussionsthema in der Chamber sein. «Man muss eine nüchterne Analyse der Situation vornehmen und anerkennen, dass unsere Sprache auf dem Arbeitsmarkt immer weniger verwendet wird», sagt der Abgeordnete Fred Keup (ADR), der das Thema von der Regierung behandelt wissen will. Seiner Meinung nach «droht die Sprache am Arbeitsplatz zu verschwinden», da sie immer weniger verwendet werde.

Die Kenntnis der Landessprache werde bei 35 Prozent der von der Arbeitsagentur Adem angebotenen freien Stellen vorausgesetzt, hatte die Regierung im letzten Sommer mitgeteilt. Diese Zahl sei seit 2015 stabil. Der Linguist Jérôme Lulling stellt eigenen Angaben nach jedoch fest, dass die Sprache in vielen Berufen kaum praktiziert werde: «Viele meiner Schüler bedauern, dass sie keine Gelegenheit haben, Luxemburgisch zu praktizieren, außer wenn sie Kinder haben oder in Vereinen arbeiten». Aber er erhalte Anfragen für Kurse von Arbeitnehmern «aus dem Bildungswesen, aus Kindergärten oder aus dem Bereich der persönlichen Betreuung».

In Berufen, «in denen die Arbeitnehmer aus der ganzen Welt kommen», sei der Gebrauch gering, erklärt Fred Keup. Laut Adem ist die Sprache im Finanzwesen (16 Prozent der offenen Stellen) und in der Industrie (21 Prozent) wenig gefragt. «Man muss realistisch sein. Wir werden nicht jeden zwingen, Luxemburgisch zu lernen. Aber es ist möglich, sich dafür einzusetzen, unsere Sprache beispielsweise in Geschäften oder Krankenhäusern zu erhalten». Er fordert eine «Werbekampagne» und mehr Kurse, die in bestimmten Bereichen verpflichtend sein könnten. Jérôme Lulling befürwortet seinerseits die Entwicklung moderner Hilfsmittel, «wie Sprachassistenten in luxemburgischer Sprache».

(jg/L'essentiel)

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