Beschäftigungsstand in Luxemburg : Luxemburgs Arbeitsmarkt kämpft mit Ungleichgewicht
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Beschäftigungsstand in Luxemburg Luxemburgs Arbeitsmarkt kämpft mit Ungleichgewicht

LUXEMBURG – Die Anzahl freier Stellen ist im Großherzogtum fast so hoch wie die Summe der Arbeitssuchenden. Die Behörden haben Ideen, um dieses Paradoxon zu lösen.

von
Olivier Loyens
Isabelle Schlesser, Leiterin der Agentur für Beschäftigungsentwicklung (Adem), hat am Montag ihren Tätigkeitsbericht für das Jahr 2021 vorgestellt.

Isabelle Schlesser, Leiterin der Agentur für Beschäftigungsentwicklung (Adem), hat am Montag ihren Tätigkeitsbericht für das Jahr 2021 vorgestellt.

Foto: Editpress/Didier Sylvestre

«Wenn die Dinge hier perfekt wären, läge die Arbeitslosenquote in Luxemburg bei null Prozent», sagte Isabelle Schlesser, Leiterin der Arbeitsagentur Adem, die am Montag ihren Tätigkeitsbericht für das Jahr 2021 vorgestellt hat. Während die Arbeitslosenquote Ende Mai auf 4,6 Prozent zurückgegangen ist, ist der luxemburgische Arbeitsmarkt gleichzeitig mit einem Ungleichgewicht konfrontiert, «welches sich tendenziell verschärft», betonte Isabelle Schlesser. So gab es Ende Mai 2022 fast genauso viele offene Arbeitsstellen (13.256) wie Arbeitssuchende (13.946) im Großherzogtum. Es mangelt also an qualifizierten Arbeitskräften in fast allen Branchen, während unter den Arbeitssuchenden noch immer über die Hälfte auf das Konto von Langzeitarbeitslosen gehen.

Qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland werben

Arbeitsminister, Georges Engel (LSAP), ist angesichts des Adem-Berichts der Ansicht, dass der luxemburgische Arbeitsmarkt gefördert werden müsse sowie Fachkräfte aus dem Ausland geworben werden sollten. In bestimmten Bereichen, wie der IT-Branche, könne ein Blick in die Großregion helfen – dort gebe es etliche qualifizierte Arbeitskräfte in diesem Bereich. Dafür wurde vor kurzem die Rekrutierungsplattform Work-in-Luxembourg.lu ins Leben gerufen, die auch Arbeitskräfte über die Großregion hinaus anziehen soll.

Georges Engel erklärte weiter: «Der Arbeitsmarkt muss attraktiv bleiben. Das Lohnniveau ist natürlich wichtig, aber wenn die Löhne im Ausland steigen, muss man noch etwas anderes bieten». In diesem Zuge erinnerte der Minister daran, an die Studie zur die Arbeitszeitverkürzung im Großherzogtum, die er in Auftrag gegeben hat. Das Datum der Veröffentlichung ist derzeit noch nicht bekannt.

Die Adem hat unterdessen vor, die Qualifikationslücke zwischen den derzeit in der Erwerbsbevölkerung vorhandenen und den für die wirtschaftliche Entwicklung erforderlichen Kompetenzen zu schließen. Dazu sollen die Anforderungen der Unternehmen analysiert und sogenannte Zukunftsberufe identifiziert werden. Arbeitssuchende sollen sich die entsprechend notwendigen Kompetenzen aneignen könne.

Den Beschäftigungsbericht für das Jahr 2021 können Sie auf der Website der Adem herunterladen.

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