«Panama Leaks» – Luxemburgs dubiose Deals mit Panama

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«Panama Leaks»Luxemburgs dubiose Deals mit Panama

LUXEMBURG - Die Enthüllungen rund um die «Panama Papers» legen das System der Offshore-Firmen offen. Auch Luxemburg spielt in dem Millionengeschäft eine Rolle.

Guy Arendt pflegte als Anwalt bei Bonn & Schmitt enge Verbindungen nach Panama. Heute will der Kulturstaatssekretär nichts mehr mit Offshore-Geschäften zu tun haben.

Guy Arendt pflegte als Anwalt bei Bonn & Schmitt enge Verbindungen nach Panama. Heute will der Kulturstaatssekretär nichts mehr mit Offshore-Geschäften zu tun haben.

Pierre Matge

Die jüngsten Enthüllungen des Journalistennetzwerks ICIJ werfen erneut ein Schlaglicht auf die dubiosen Finanzgeschäfte, die Luxemburg in den vergangenen Jahrzehnten betrieben hat. Vier luxemburgische Banken (BIL, Société Générale, Landsbanki und Safra Sarasin) sollen – direkt oder über den Umweg einer Tochterfirma – an vorderster Front im Geschäft mit Offshore-Firmen in Panama mitgemischt haben.

Zwar sind diese Aktivitäten nicht zwingend illegal – doch es bleibt ein fader Beigeschmack. Ziel solcher Briefkastenfirmen ist die «Steueroptimierung». Auch mehrere Luxemburger Persönlichkeiten kennen das mittelamerikanische Land nicht nur wegen der schönen Strände. Wie die Wochenzeitung Le Jeudi bereits im März aufdeckte, arbeitete der Anwalt und nunmehrige Kultursstaatssekretär Guy Arendt (DP) mit Offshore-Vehikeln in Panama. Zu einer bestimmten Zeit leitete er acht dieser Gesellschaften. Im März erklärte der frühere Anwalt auf Nachfrage, dass diese Zeit seines Lebens lang hinter ihm liege.

In den jetzt geleakten Dokumenten der Kanzlei Mossack Fonseca tauchen zwar keine Namen aus Luxemburg auf. Doch bekannt ist, dass auch der auf Geldwäsche spezialisierte Magistrat Carlos Zeyen als Direktor diverser Gesellschaften in Panama auftrat. Die Firmen existieren heute nicht mehr. Zeyen wechselte nach seiner Tätigkeit als Wirtschaftsanwalt auf den prestigeträchtigen Posten des Vizepräsidenten der EU-Justizbehörde in Den Haag.

(Patrick Théry/L'essentiel)

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