Lockdown in Luxemburg – Luxemburgs Kinder fürchten Corona-Infektion

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Lockdown in LuxemburgLuxemburgs Kinder fürchten Corona-Infektion

LUXEMBURG – Eine Studie der Universität Luxemburg zeigt, dass Kinder unter dem Lockdown im Frühjahr in besonderem Maße gelitten haben.

Eltern sollten ihren Kindern gut zuhören, rät die Kinderpsychologin.

Eltern sollten ihren Kindern gut zuhören, rät die Kinderpsychologin.

Symbolbild

Welche Folgen hätte es, wenn in Luxemburg die Schulen wieder geschlossen würden und die Kinder erneut zu Hause unterrichtet werden müssten. Auch wenn das aktuell in Luxemburg offenbar nicht zu Debatte steht, haben sich Forscher der Universität Luxemburg mit dem Thema beschäftigt. Gemeinsam mit Kollegen aus Deutschland, der Schweiz und Brasilien haben man die Folgen untersucht. Damit wollte man den Entscheidungsträgern die notwendigen Informationen zur Verfügung stellen, erklärt Pascale Engel de Abreu, die im Fachbereich Kinderpsychologie an der Universität Luxemburg forscht. Die Studie entstand in Zusammenarbeit mit ihrer Luxemburger Kollegin Claudine Kirsch (Uni) und Sascha Neumann von der Universität Tübingen.

Die Forschenden sind zu dem Ergebnis gelangt, dass die Kinder im Großherzogtum unter dem Lockdown psychisch gelitten haben. Von den 675 Kindern im Alter von 6 bis 16 Jahren, die den Fragebogen der Studie ausfüllten, gaben 67 Prozent an, dass sie mit ihrem Leben zufrieden seien. Üblich ist hier eine Zufriedenheit von 96 Prozent, diese Zahl wird häufig in reicheren Staaten wie Luxemburg erreicht.

« Hören Sie ihren Kindern aufmerksam zu »

Die Reaktionen der Kinder hätten sich dabei je nach Alter, Umfeld und Geschlecht unterschiedlich dargestellt. Älteren, weiblichen Jugendlichen aus einem sozialschwächeren Umfeld, hätten dabei häufiger negative Emotionen offenbart, als beispielsweise jüngere männliche Teilnehmer aus wohlhabenderen Familien, erläutert die Psychologin ihren Befund.

Den Forschern sei es gelungen, vier Hauptfaktoren zu identifizieren, die sich auf das Wohlbefinden der Kinder auswirken: Der Schwierigkeitsgrad der schulischen Aufgaben spielt hier ebenso eine Rolle wie der Umfang der Aufgaben. Gleichzeitig habe der Inhalt des Unterrichts sich auf das Wohlbefinden ausgewirkt. Auch die Angst an Covid-19 zu erkranken habe bei den Befragten einen Einfluss gehabt.

Dabei fiel den Forschern auf, das Kinder in Luxemburg viel besorgter um ihre Gesundheit waren, als dies bei ihren Altersgenossen in Deutschland, der Schweiz oder Brasilien der Fall war. Der letzte Faktor klingt wie ein Ratschlag an die Eltern. Da Wohlbefinden der Kinder hänge sehr stark davon ab, wie gut die Eltern ihnen zuhören. Deshalb rät die Kinderpsychologin «Hören Sie ihren Kindern aufmerksam zu.»

(mc/L'essentiel)

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