Sophie Mousel – Luxemburgs Netflix-Stern träumt vom Bond Girl
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Sophie MouselLuxemburgs Netflix-Stern träumt vom Bond Girl

LUXEMBURG/PARIS – Mit ihrer Rolle in «Capitani» ist Sophie Mousel der Durchbruch gelungen. Wir haben mit der in Paris lebenden Luxemburgerin über ihre Karriere gesprochen.

L’essentiel: Sophie, Ihre Rolle in der Serie «Capitani» ist sehr gut angekommen. Wie haben Sie die Netflix-Ausstrahlung erlebt.

Sophie Mousel: Ich war super glücklich, als ich erfuhr, dass dieses luxemburgische Projekt Grenzen überschreiten und unserem kleinen Land ein wenig mehr Sichtbarkeit geben kann. Wir Luxemburger haben manchmal diesen kleinen Komplex… Umso mehr hat mich gefreut zu sehen, dass die Serie auch in anderen Ländern gut ankommt. Das war nicht unbedingt vorherzusehen.

Öffnen sich durch den Erfolg für Sie neue Türen?

Zunächst einmal haben mich viele Leute einfach so angeschrieben. Und beruflich hat mich die Rolle auch bekannter gemacht. Ein toller Punkt im Lebenslauf, auf den ich nun verweisen kann.

Die erste Staffel endet mit Schwierigkeiten für Elsa. Wie geht’s weiter?

Das spannende an der Rolle ist, dass nichts vorhersehbar ist. In der zweiten Staffel werden die Zuschauer weitere Facetten von Elsa kennenlernen und mehr aus ihrem Privat- und Intimleben erfahren. Während bislang das ländliche Luxemburg Schauplatz war, geht es nun ins hauptstädtische Bahnhofsviertel. Die Stimmung ist dunkler, angespannter, es geht um das Drogenmilieu und Prostitution. Für Elsa wie ein neuer Planet.

Sie haben auch in der Arte-Doku-Fiktion «An Zéro – Comment le Luxembourg a disparu» mitgespielt. Können Sie uns ein bisschen verraten?

Es ist ein hochaktuelles, spannendes und politisches Sujet. Es geht um das AKW Cattenom – das mir als Kind schon Angst achte, wenn wir daran vorbei fuhren – und was ein Atom-Unfall für Luxemburg bedeuten würde. Es war mein erstes Projekt nach dem ersten Lockdown und innerhalb von nur zwei Wochen abgedreht.

Sophie Mousel am «An Zéro»-Set.

Gab es noch weitere?

Ich hab im vergangenen Jahr ziemlich viel gearbeitet, kaum etwas wurde abgesagt. Unter anderem habe ich an dem Stück «Ivanov» von Tchkhov am Grand Théatre mitgewirkt – zwischen «An Zéro», «Hitoire provisoire», «Capitani» und weiteren Theater-Stücken.

Sie sind ausgebildete Pianisten, Sie boxen, tanzen – wie schaffen Sie das alles?

Man tut, was man kann (lacht). All das sind immer Phasen, die Abwechslung inspiriert mich, und gleichzeitig ergänzen sich die verschiedenen Domänen. Mit Musik bin ich groß geworden, da blieb der Sport auf der Strecke. Das hole ich jetzt nach.

Welche Figur würden Sie gerne mal spielen?

Eine, die mit mir persönlich so gar nichts zu tun hat. Auch körperlich. Gleichzeitig würde ich gerne mal eine richtig sportliche Rolle spielen. Die von Elsa in «Capitani» geht zwar schon ein bisschen in die Richtung, aber ich meine so wie in «One Million Dollar Baby». Und mein Kindheitstraum ist bis heute ein Bond Girl zu spielen.

Sie leben in Paris, wie geht’s Ihnen dort?

Inzwischen ist es ganz schön viel Pendelei nach Luxemburg, weil sich dort immer mehr Rollen ergeben. Aber in Paris halte ich weiter mein zweites Standbein. Der Stadt, in der ich nun schon seit zehn Jahren mein berufliches Leben aufbaue. Auch wenn sich die Stimmung in den vergangenen Jahren immer angespannter geworden ist und die Pandemie der Stadt alle ihre schönen Seiten nimmt.

(Cédric Botzung)

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