Kanye West: Luxemburgs Sneakerheads bleiben den «Yeezys» treu

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Kanye WestLuxemburgs Sneakerheads bleiben den «Yeezys» treu

LUXEMBURG – Kanye West hat sich ins Abseits katapultiert. Die Meinungen in Modegeschäften zum weiteren Verkauf seiner «Yeezys» gehen auseinander, bei der Kundschaft offenbar weniger.

von
Thomas Holzer
Kanye West hat sich in den vergangenen Wochen selbst demontiert.

Kanye West hat sich in den vergangenen Wochen selbst demontiert.

AFP

In den vergangenen Wochen hat Kanye West mit Negativschlagzeilen sämtliche Promi-Ressorts der Medienwelt auf Trab gehalten. Für seine antisemitischen Äußerungen muss er Konsequenzen spüren – der Rapper verlor nach eigener Aussage an einem Tag zwei Millionen Dollar, weil die Unternehmen Balenciaga und Adidas ihre Kooperationen mit ihm für beendet erklärten. Auch von Twitter war er verbannt worden. Durch Elon Musks neue Twitter-Politik ist West auf dem Messenger-Dienst allerdings mittlerweile wieder freigeschaltet, was dieser ausgerechnet mit dem Tweet des hebräischen Wortes «Shalom» entgegennahm.

Kanye West ist nicht nur bekannt für öffentliche Provokationen, seine Rap-Musik und die gescheiterte Ehe mit Reality-Star Kim Kardashian, sondern in der Vergangenheit auch als trendsetzender Designer. Für Adidas hatte er das Sneaker-Modell «Yeezy» entworfen. Diese haben einen regelrechten Hype ausgelöst, der auch am Großherzogtum nicht vorbeigegangen ist. Mit seinen wiederkehrenden Ausfällen hat er es geschafft, dass die von ihm entworfenen Versionen des «Yeezys» aus dem Sortiment der Boutique «Smets», einem offiziellen «Yeezy»-Retailer in Luxemburg, verbannt werden. Sobald die Sneaker mit dem Kanye-Emblem ausverkauft sind, werden nach unseren Informationen keine neuen mehr bestellt.

Das beschädigte Markenimage scheint der Vorliebe der Fans hierzulande aber keinen Abbruch zu tun. Bei «Smets» heißt es, die Schuhe würden weiter gekauft wie zuvor. Dieselbe Beobachtung machte auch das Sneaker-Geschäft «The Source». Obwohl die Preise für Wests «Yeezys» noch immer bei einer Spanne von 300 bis 400 Euro angesiedelt sind, machen Sneaker-Fans kaum Anstalten, die Schuhe zu boykottieren. «Es gibt zwei Arten von Kunden: die, die Kanye West-Fans sind, und die, die das Modell für das schätzen, was es ist», erklärt Daniel, Leiter des Geschäfts. Letztere schwören beispielsweise auf Design, Komfort oder Leichtigkeit des Schuhs.

«The Source» vermarktet verschiedene Modelle von «Yeezys».

«The Source» vermarktet verschiedene Modelle von «Yeezys».

L'essentiel

Er und seine Geschäftspartner hätten nicht überlegt, die Yeezys aus dem Sortiment zu nehmen. «Kanye West bleibt ein inspirierender Künstler, ein Visionär für die Streetwear. Es ist nicht das erste Mal, dass er Unsinn erzählt. Die einzige Frage ist die nach der Zukunft der Marke», so die Geschäftsleitung.

Auf dem Secondhand-Markt hofften Spekulanten derweil auf steigende Preise, andere gingen vom billigen Ausverkauf aus. Eingetreten ist bisher beides nicht: «Die Tatsache, dass Adidas das Modell weiterhin vermarkten kann, war von grundlegender Bedeutung», erklärt der Experte. Die «Yeezys» könnten den Sturz ihres Schöpfers also überleben.

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