Strengere Regeln – Lydia Mutsch sagt Tattoos und Co. den Kampf an

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Strengere RegelnLydia Mutsch sagt Tattoos und Co. den Kampf an

LUXEMBURG - Tattoos und Piercings nur mit Erlaubnis der Eltern, Brandings, Cuttings und Sonnenstudio erst ab 18 – Luxemburg soll strengere Regeln bekommen.

Lydia Mutsch sind die Regeln für Tattoos und Co. in Luxemburg zu lax. Das will die Gesundheitsministerin nun ändern.

Lydia Mutsch sind die Regeln für Tattoos und Co. in Luxemburg zu lax. Das will die Gesundheitsministerin nun ändern.

L'essentiel

In Luxemburg sollen bald strengere Regeln im Bereich der Körper-Verschönerungen, beziehungsweise -Veränderungen geben. Das hat der Regierungsrat am Freitag beschlossen. Anders als in den Nachbarländern, gebe es im Großherzogtum bislang kaum Regeln, was Tattoos, Piercings, sogenannte Cuttings und Brandings, den Besuch von Sonnenstudios und das Lasern aus Schönheitszwecken angeht.

Solche Anwendungen würden bei immer mehr – vor allem jungen – Menschen Anklang finden, erklärt Gesundheitsministerin Lydia Mutsch. Viele Veränderungen seien aber irreversibel: «Deshalb brauchen wir Regeln, um minderjährige Luxemburger zu schützen.» Nach der Vorstellung der LSAP-Ministerin, sollen deshalb Gesetze verabschiedet werden, die die folgenden Regelungen vorsehen:

Piercings und Tattoos

Minderjährigen soll es erschwert werden, sich tätowieren zu lassen. Dies soll nur noch mit einer schriftlichen Erlaubnis der Erziehungsberechtigten gehen. «Ich weiß, dass das keine unüberwindbare Hürde ist, aber ich will nicht, dass jedem die Tür ganz weit offen steht», sagt Lydia Mutsch.

Brandings und Cuttings

Narbentattoos sollen für Minderjährige komplett verboten werden. Diese entstehen, indem durch Ritzen oder Verbrennen der Haut Ziernarben entstehen. Lydia Mutsch: «Das ist extrem schmerzhaft, das können wir Minderjährigen nicht zumuten.»

Sonnenstudios

Auch der Besuch von Sonnenstudios soll Luxemburgs Jugendlichen künftig verwehrt werden. «Es gibt Leute, die argumentieren, dass die UV-Strahlung der Röhren gesund sei. Aber das ist Quatsch», erklärt die Gesundheitsministerin. Die Risiken seien weit größer, als das manch einer wahrhaben wolle.

Lasern

In Zukunft sollen nur noch Ärzte aus Schönheitszwecken lasern dürfen. Tattoo-Entfernungen, Behandlungen von Falten und Co. seien zu riskant, als dass man sie einem Laien überlassen könne. Weil solche auch kein medizinisches Auge hätten, würden sie auch keine etwaigen Hautkrankheiten frühzeitig erkennen: «Wenn ein Arzt einen vermeintlichen Schönheitfleck entfernt, dann sieht er, ob es vielleicht viel mehr als das ist», argumentiert Mutsch. Einzige Ausnahme sollen Haarentfernungen durch Lasern bilden. Diese soll man auch künftig in Kosmetikstudios durchführen lassen können.

(Philip Weber/L'essentiel)

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