Unabhängigkeits-Konflikt – Madrid will katalanische Regierung absetzen

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Unabhängigkeits-KonfliktMadrid will katalanische Regierung absetzen

Das Parlament in Barcelona hat sich für eine Abspaltung von Spanien entschieden. Madrid will nun mit harter Hand gegen die Führung in Katalonien vorgehen.

Das Parlament der spanischen Region Katalonien hat für eine Gründung eines unabhängigen Staates gestimmt.

Das Parlament der spanischen Region Katalonien hat für eine Gründung eines unabhängigen Staates gestimmt.

Emilio Morenatti/AP/dpa

Die spanische Regierung hat die Absetzung der Regionalregierung in Barcelona beschlossen. Das gab der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy nach einem außerordentlichen Treffen des Ministerrats am Freitagabend in Madrid bekannt. Die Absetzung und weitere beschlossene Maßnahmen werden erst mit der Veröffentlichung im spanischen Amtsblatt wirksam.

Katalonien stimmt für Unabhängigkeit

Das Parlament der spanischen Region Katalonien hat zuvor mehrheitlich für einen Prozess zur Gründung eines unabhängigen Staates gestimmt. Die Abgeordneten verabschiedeten am Freitag in Barcelona eine Resolution über die Konstituierung «einer katalanischen Republik als unabhängigen und souveränen Staat», ohne eine Frist für die Ausrufung festzulegen.

72 stimmten für die Unabhängigkeit Kataloniens, 10 dagegen. Viele Oppositionspolitiker haben den Saal vor dem Votum verlassen. Bei dem vom Verfassungsgericht für illegal erklärten Referendum am 1. Oktober hatten in Katalonien etwa 90 Prozent für die Unabhängigkeit der wirtschaftsstarken Region gestimmt. Allerdings beteiligten sich nur gut 40 Prozent der Wahlberechtigten.

Die spanische Regierung hat bereits vor wenigen Tagen die Entmachtung Kataloniens eingeleitet. Rajoy und seine Minister haben sich für die Anwendung von Artikel 155 (Auflösung einer Regionalregierung) entschieden. Binnen sechs Monaten sollen Neuwahlen stattfinden.

(L'essentiel/dpa)

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