Ausreise unmöglichMalheur für Luxemburger in Mali
LUXEMBURG - Nach dem Putsch in Mali sitzen zehn Enwticklungshelfer aus dem Großherzogtum in dem afrikanischen Land fest.

Seit dem 22. März putschen Rebellen in Mali.
Zehn Luxemburger, die Kooperationshilfe in Mali leisten, sitzen in Bamako fest. Und sie leben gefährlich: Nach dem Staatsstreich im westafrikanischen Mali waren am Freitag, den 23. März weiterhin vereinzelt Explosionen und Schüsse in der Hauptstadt zu hören. Die Nacht über hatten die Rebellen eine Ausgangssperre verhängt, sagten Augenzeugen der Nachrichtenagentur dpa.
Kooperationshelfer aus Luxemburg sind gewarnt
Meuternde Soldaten hatten sich am Donnerstag an die Macht geputscht, das Staatsoberhaupt Amadou Toumani Touré gestürzt und die Verfassung außer Kraft gesetzt. Luxemburger Behörden haben noch am selben Tag eine Reisewarnung herausgegeben: Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurden am Donnerstag in Bamako drei Zivilisten erschossen und 28 Menschen verletzt.
Die Luxemburger Entwicklungshelfer betreuen Projekte zur Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser und im Schul- und Gesundheitsbereich. Das Großherzogtum unterstützt Mali jährlich mit rund zehn Millionen Euro. Das Außenministerium hat acht Helfer bereits kontaktiert und auf die geltenden Sicherheitsbestimmungen hingewiesen, berichtet das «Tageblatt»: Sie sollen Wohnungen und Hotels nicht verlassen. Der neunte Luxemburger arbeitet für das Studienbüro, ein zehnter ist im Auftrag der Uni Lëtzebuerg an der Partneruniversität Bamako.
Geschasster Touré wollte gar nicht mehr zur Wahl antreten
Ex-Präsident Touré war seit 2002 an der Macht. Er soll sich unter dem Schutz loyaler Soldaten in einem Militärlager befinden, wie lokale Medien berichten. Touré hatte zuvor bereits angekündigt, nach zwei Amtszeiten bei den Wahlen am 29. April nicht mehr anzutreten.
Das neue «Nationalkomitees für die Wiederherstellung der Demokratie und des Staates» (CNRDR) begründete seinen Staatsstreich mit der Unfähigkeit der Regierung, «die Krise im Norden Malis zu bewältigen». In der Region gibt es seit Januar immer wieder schwere Kämpfe der Regierungstruppen mit Tuareg-Rebellen. Hunderttausende sollen auf der Flucht sein.
Internationale Proteste
Zehn Regierungsmitarbeiter sollen von den Putschisten festgehalten werden, darunter Außenminister Soumeylou B. Maiga und der Bürgermeister von Bamako, Adama Sangaré. Alle Flüge von und nach Mali wurden gestrichen und die Landgrenzen geschlossen.
International wurde der Putsch scharf verurteilt. Die Mitglieder des UN-Sicherheitsrats hatten in New York erklärt, die Soldaten sollten in ihre Kasernen zurückkehren und die Sicherheit des Präsidenten gewährleisten. Die verfassungsmäßige Ordnung müsse wiederhergestellt und die demokratisch gewählte Regierung wieder ins Amt gesetzt werden. Auch Außenminister Guido Westerwelle forderte einen sofortigen Verzicht auf jede Gewalt. Das Auswärtige Amt riet bis auf weiteres von Reisen nach Mali ab.
(dpa/phi)