Ultimatum der Nachbarn – Malis Militärputsch hat Folgen

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Ultimatum der NachbarnMalis Militärputsch hat Folgen

Nach dem Sturz des Präsidenten Amadou Toumani Touré durch das Militär wollen Malis Nachbarländer ein «diplomatisches und finanzielles Embargo» gegen die Putschisten.

Er führte den Coup gegen die Regierung in Mali an: Amadou Haya Sanogo. (Bild: Keystone)

Er führte den Coup gegen die Regierung in Mali an: Amadou Haya Sanogo. (Bild: Keystone)

Nach dem Militärputsch in Mali haben die Nachbarstaaten den meuternden Soldaten ein Ultimatum gestellt und mit Sanktionen gedroht. Der Präsident der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS sagte, die aufständischen Truppen hätten 72 Stunden, also bis «spätestens» Montag Zeit, die «verfassungsmässige Ordnung» in ihrem Land wiederherzustellen.

Andernfalls seien alle ECOWAS-Länder aufgerufen, ein «diplomatisches und finanzielles Embargo» gegen die Putschisten zu verhängen, sagte Kadré Desiré Ouédraogo am Donnerstag nach einem Dringlichkeitstreffen im ivorischen Abidjan.

Konten gesperrt und Grenzen geschlossen

Die ECOWAS-Länder drohten unter anderem damit, die Grenzen zu schließen und die meuternden Soldaten mit Reisebeschränkungen zu belegen. Außerdem sollen ihre Konten gesperrt und die malischen Guthaben bei der Westafrikanischen Zentralbank eingefroren werden. Zudem soll dem Binnenland Mali der Zugang zu den Häfen in den ECOWAS- Mitgliedsstaaten verweigert werden.

Eine Delegation, die vom Präsidenten der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, geleitet wurden, wollte am Donnerstag ursprünglich in die malische Hauptstadt Bamako reisen, um die Junta zu treffen. Der Besuch wurde wegen Zusammenstößen in Bamako jedoch kurzfristig abgesagt. Stattdessen trafen sich die Delegationsmitglieder am Flughafen von Abidjan.

In Mali hatten meuternde Soldaten vergangene Woche die Regierung von Präsident Amadou Toumani Touré gestürzt und die Macht an sich gerissen, nachdem sie eine bessere Ausrüstung für den Kampf gegen die Tuareg-Rebellen im Norden verlangt hatten. Der Putsch wenige Wochen vor der für den 29. April geplanten Präsidentschaftswahl wurde international scharf verurteilt.

(L'essentiel Online/sda)

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