Infizierter Meiler – Malware in deutschem AKW entdeckt

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Infizierter MeilerMalware in deutschem AKW entdeckt

Im Südwestdeutschen Atomkraftwerk Gundremmingen bei Ulm ist ein Rechner mit Malware infiziert worden.

Ein zur Brennelement-Lademaschine im Block B des Atomkraftwerks Gundremmingen gehöriger Rechner ist mit Schadsoftware infiziert worden. Dies teilte der Betreiber am Montag mit, wie Silicon.de schreibt. Aufgrund der Systemarchitektur sei es aber zu keinem nennenswerten Zwischenfall gekommen.

Die Malware war bei routinemäßigen Prüfarbeiten entdeckt worden. Das IT-System in Block B des 40 Kilometer von der Stadt Ulm entfernten AKWs war 2008 nachgerüstet worden (siehe Bildstrecke). Den Kraftwerksverantwortlichen zufolge hatte der Virus aber keinen Einfluss auf die Steuerung der Lademaschine.

«Uralte» Malware

Da der infizierte Computer aufgrund der Systemarchitektur von den Steuerungsanlagen getrennt und die Malware nicht für derartige Anlagen programmiert worden war, sei nichts passiert. Anscheinend war der Virus eigentlich für Bürocomputer konzipiert und hatte laut dem AKW-Betreiber den Zweck, «eine ungewollte Verbindung zum Internet herzustellen».

Die Schadsoftware war am 24. April entdeckt worden. Alle anderen wichtigen IT-Systeme seien unversehrt. Es handle sich laut Heise.de um die beiden «Uralt-Würmer» Conficker und Ramnit, die vor allem 2008 und 2009 im Netz ihr Unwesen trieben. Wie der Rechner infiziert wurde, ist nicht bekannt. Es sei aber unwahrscheinlich, dass es sich beim Malware-Zwischenfall um einen gezielten Angriff gehandelt habe. Der Vorfall wurde als von keiner oder sehr geringer sicherheitstechnischer Bedeutung eingestuft. Der Betreiber will die Vorkehrungen zur IT-Sicherheit im Meiler Gundremmingen dennoch ausweiten.

Wie lange sich die Malware auf dem Rechner befunden hat, ist ebenfalls nicht bekannt. Das AKW Gundremmingen soll 2021 abgeschaltet werden.

(L'essentiel/pst)

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