«Mehr Frauen, mehr Geschwätz» – Manager verlässt Uber wegen Frauen-Beleidigung

Publiziert

«Mehr Frauen, mehr Geschwätz»Manager verlässt Uber wegen Frauen-Beleidigung

Mit einer frauenfeindlichen Bemerkung auf einer Betriebsversammlung hat sich David Bonderman selbst ins Abseits gestellt.

Mit sofortiger Wirkung zurückgetreten: David Bonderman. (Bild: YouTube/Web Summit)

Mit sofortiger Wirkung zurückgetreten: David Bonderman. (Bild: YouTube/Web Summit)

Nach einer abwertenden Bemerkung über Frauen in Führungspositionen ist Uber-Manager David Bonderman mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Damit verliert der umstrittene Fahrdienstvermittler einen weiteren Topmanager.

Das Führungsgremium kämpft derzeit mit Vorwürfen unter anderem wegen sexueller Belästigung. Zuvor hatte bereits Uber-Chef Travis Kalanick nach massiver Kritik an seinem Führungsstil eine Auszeit angekündigt. Auch der Topmanager Emil Michael, ein enger Vertrauter Kalanicks, musste nach Ermittlungen einer Untersuchungskommission die Firma verlassen.

Wie Uber mitteilte, fielen Bondermans Äußerungen am Dienstag bei einer Betriebsversammlung, an welcher die Verbesserung der Unternehmenskultur im Fokus stand. Verwaltungsratsmitglied Arianna Huffington plädierte für mehr Frauen im Führungsgremium. Frauen würden einer Geschäftsleitung eher beitreten, wenn das weibliche Geschlecht bereits vertreten sei. Das würden viele Zahlen belegen.

Uber gelobt Besserung

Bonderman reagierte darauf mit den Worten: «Tatsächlich zeigt es, dass dann sehr viel mehr Gerede wahrscheinlicher ist.» Yahoo veröffentlichte Aufnahmen des Treffens. Bonderman entschuldigte sich per E-Mail bei den Mitarbeitenden und nannte die Äußerung «nachlässig, unangemessen und unentschuldbar». Er müsse sich an die gleichen Standards halten, die Uber nun umsetzen soll.

Das Uber-Führungsgremium hatte am Sonntag nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung und des respektlosen Verhaltens gegen einzelne Mitarbeitende Maßnahmen zur Verbesserung der Unternehmenskultur beschlossen.

(L'essentiel)

Uber-Chef Schweiz gehtRasoul Jalali, Chef der Uber-Märkte Schweiz, Deutschland und Österreich, verlässt den Fahrdienstvermittler per Ende Juli. Wer sein Nachfolger wird, ist noch nicht bekannt. Jalali nimmt ab August Einsitz im Verwaltungsrat der Schweizer Ideenschmiede Pegasus Digital. Mit dem Wechsel erfülle sich der 35-jährige den Wunsch, neue digitale Geschäftsmodelle aufzubauen und zu lancieren, teilte Pegasus Digital mit.

Deine Meinung