Seelsorge in Luxemburg: «Manche können kaum sprechen, andere wollen sich mitteilen»
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Seelsorge in Luxemburg «Manche können kaum sprechen, andere wollen sich mitteilen»

LUXEMBURG – Seit fast 25 Jahren leistet die Abteilung für psychologische Unterstützung des großherzoglichen Feuerwehr- und Rettungskorps (CGDIS) wichtige Schattenarbeit für Menschen, die sich in einer emotionalen Ausnahmesituation befinden.

von
Nicolas Chauty

«Unsere Funktion erinnert uns daran, dass wir nur auf der Durchreise auf der Erde sind», erzählt Patrick Friedgen, Leiter der Abteilung für psychologische Unterstützung (GSP) des CGDIS. Die aus etwa 50 Freiwilligen bestehende Gruppe unterstützt seit fast 25 Jahren Menschen, die mit tödlichen Unfällen, Vermisstenfällen oder anderen emotionalen Ausnahmesituationen konfrontiert sind. «Manche Menschen können minutenlang nicht sprechen, andere wollen sich mitteilen», erklärt Patrick, der rund 20 Jahre Erfahrung in seinem Beruf hat.

Wichtig, sei dass die Klienten mit der richtigen Herangehensweise betreut werden. Daher seien die freiwilligen Seelsorger, die meist von Rettungskräften oder von den Opfern selbst gerufen werden, in überschaubaren Gruppen unterwegs. Betroffene können bis zu 72 Stunden nach dem traumatischen Ereignis auf seelische Unterstützung seitens des GSP zurückgreifen. Die durchschnittliche Dauer eines solchen Einsatzes betrage über drei Stunden, so Friedgen. «Es steht jedem frei, unsere Unterstützung anzunehmen oder auch abzulehnen».

Das Gefühl einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten und die Dankbarkeit der Opfer zu spüren, seien ein Antrieb der die freiwilligen Helfer motiviere. Bevor es zum ersten Einsatz geht, müssen sie eine 24-monatige Ausbildung absolvieren. Die Seelsorger, die im ganzen Land rund um die Uhr zur Verfügung stehen, begleiten auch Polizisten bei dem Überbringen von traumatischen Neuigkeiten. Da auch sie ständig mit dramatischen Situationen konfrontiert sind, kriegen auch die Mitglieder der GSP regelmäßig Unterstützung, um Erlebtes zu verarbeiten. Jedes Jahr rückt die Einheit für 200 bis 280 Einsätze aus.

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