Obdachlosigkeit – Mancher schläft lieber bei minus 15 Grad draußen
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ObdachlosigkeitMancher schläft lieber bei minus 15 Grad draußen

LUXEMBURG – Trotz der Minusgrade bleiben in einer Obdachlosen-Unterkunft in Luxemburg-Stadt Betten leer. Mancher Obdachloser verbringt die Nacht unter freiem Himmel.

Ein freies Bett im Winter lockt nicht jeden Obdachlosen an. Das Problem ist viel komplexer.

Ein freies Bett im Winter lockt nicht jeden Obdachlosen an. Das Problem ist viel komplexer.

DPA

Lediglich 14 Obdachlose haben in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag die Obdachlosenunterkunft in der Rue Michel Rodange in Luxemburg-Stadt genutzt. Und das bei Temperaturen von minus 15 Grad Celsius in der Nacht. Dabei stehen in dieser provisorischen Unterkunft, die im Winter Unterschlupf bietet, seit Mittwoch 24 Betten zur Verfügung. Sozialarbeiter sind nicht überrascht.

Viele Obdachlose würden es systematisch ablehnen, in solchen Strukturen die Nacht zu verbringen, erklärt Alexandra Oxacelay vom Verein Stëmm vun der Strooss auf Anfrage von «L’essentiel Online». «Diesen Personen ist es nicht möglich, die dortigen Regeln zu beachten. Sie lehnen diese Lebensweise ab, da sie an der Wirklichkeit vorbeileben. Manche lassen niemanden mehr an sich heran, weil sie das Gefühl haben, dass man ihre Persönlichkeit verletzt.» Einzige Lösung sei, immer wieder mit ihnen den Kontakt zu suchen und eine Unterkunft anzubieten.

(ct/L'essentiel Online)

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