Unfall in Dippach – Mann, der Polizistin totfuhr, drohen fünf Jahre Haft

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Unfall in DippachMann, der Polizistin totfuhr, drohen fünf Jahre Haft

DIPPACH – Der Autofahrer, der am Freitag betrunken durch eine Kontrolle fuhr und eine Polizistin tödlich verletzte, war schon einmal mit Promille erwischt worden.

21 Monate lang hätte er eigentlich kein Auto fahren dürfen. Trotzdem setzte er sich wieder ans Steuer – und wieder war er nicht nüchtern. Der Mann, der vergangene Woche in der Nacht von Donnerstag auf Freitag eine 39 Jahre alte Polizistin und Mutter von zwei Kindern tötete, weil er einer erneuten Kontrolle entkommen wollte, ist ein Wiederholungstäter. Erst vor einem guten Jahr, im Mai 2014, war er mit 2,16 Promille am Steuer erwischt worden und kassierte oben genanntes Fahrverbot – allerdings mit Bewährung.

Seit dem Unfall sitzt er in Untersuchungshaft. Ihm drohen im Falle eines Schuldspruchs eine Gefängnisstrafe zwischen drei Monaten und fünf Jahren sowie eine Geldstrafe zwischen 500 und 25.000 Euro. Die Tatsache, dass es sich bei dem Opfer um eine Polizistin handelt, hat keinen Einfluss auf das Strafmaß.

Polizei darf Führerschein sofort konfiszieren

Zur Erinnerung: Seit 2007 kann die Polizei bei Verstößen unter besonderen Umständen noch während der Kontrolle den Führerschein entziehen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn beim Bluttest mehr als 1,2 Promille gemessen werden oder sich bei offensichtlicher Trunkenheit kein Alkoholtest durchführen lassen kann. Gleiches gilt aber beispielsweise auch bei extrem überhöhter Geschwindigkeit. Wer mit 90 Stundenkilometern durch eine Ortschaft rast, und sich dabei erwischen lässt, ist seinen Lappen auch sofort los.

Bleibt abzuwarten, welches Urteil im Fall des Wiederholungstäters gefällt wird. Angeblich zu milde Strafen hatten in der Vergangenheit bei vielen für Empörung gesorgt.

(th/pw/L'essentiel)

Begräbnis am Donnerstag

Die Polizistin, die am 5. Juni bei dem tragischen Unfall ums Leben gekommen ist, wird am Donnerstagnachmittag in Garnich beigesetzt. Das teilte die Pressestelle der Police Grand-Ducale am Mittwoch mit. Medienvertreter wurden gebeten, vor Ort die Würde und die tiefe Trauer der Familien und Verwandten der Verstorbenen zu respektieren.

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