Christina Grimmie (22) – Mann erschießt «The Voice» beim Autogrammschreiben

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Christina Grimmie (22)Mann erschießt «The Voice» beim Autogrammschreiben

Ein 27-Jähriger hat die Sängerin Christina Grimmie beim Autogrammschreiben erschossen. Dafür ist er extra 180 Kilometer ans Konzert gefahren. Sein Motiv ist noch unklar.

US-Sängerin Christina Grimmie ist offenbar vorsätzlich getötet worden. Orlandos Polizeichef John Mina sagte am Samstag, der 27-jährige Kevin L. aus der Stadt St.Petersburg sei vermutlich nur deswegen nach Orlando gekommen, um die als Teilnehmerin der US-Variante der Casting-Show «The Voice» bekannt gewordene Musikerin zu töten. Dafür sei er gut 180 Kilometer durch Florida gefahren. Es scheine aber, als ob sich das 22-jährige Opfer und Täter nicht gekannt hätten. Ein Motiv sei noch nicht bekannt.

Grimmie hatte am Freitagabend nach einem Konzert im Plaza Live in Orlando Autogramme gegeben, als sie der Schütze niederstreckte. Sie starb später im Krankenhaus. Polizeiangaben zufolge versuchte Grimmies Bruder sofort, den Angreifer zu überwältigen, wodurch er Schlimmeres verhindert habe. Der Täter habe sich daraufhin selbst erschossen.

«Wir dachten es seien Ballons»

Sie habe sich nur um die Fans gekümmert, Autogramme geschrieben und Merchandising-Artikel verkauft, als sie der Schütze angegriffen habe, sagte Mina. «Wir glauben, dass er hierher gekommen ist, um diese Tat zu begehen.» Fans von Grimmie waren nach der Tat fassungslos. Die 17-jährige Kaitlin Martin etwa hörte laute Knallgeräusche, als sie nach dem Konzert mit anderen Fans vor dem Plaza Live stand und auf Mitglieder der Band Before You Exit wartete, mit der Grimmie aufgetreten war.

«Wir dachten erst, es wären Ballons gewesen», berichtete sie. «Aber dann rannten die Sicherheitskräfte überall herum und riefen, dass die Leute herauskommen sollten, weil jemand eine Waffe habe und schieße.» Sie könne nicht glauben, dass der mutmaßliche Täter das Konzert mit ihr und den weiteren Zuschauern verfolgt habe. «Diese Person war mit uns in der Menge, und während wir mitgesungen und eine großartige Zeit hatte, war er wegen ganz anderen Plänen dort.»

Anonymer Trauerbrief

Nach den tödlichen Schüssen wurde an der Haustür von L. eine Beileidsbekundung entdeckt. Auf dem Zettel drückte ein Unbekannter «die tiefste Trauer» für Grimmies Familie, Freunde und Fans aus. Einen weiteren Kommentar zu dem Tod der 22-Jährigen werde es nicht geben, heißt es auf der Notiz. Von wem sie stammt, ist unklar.

Die 22-Jährige hatte bei der sechsten US-Ausgabe von «The Voice» auf NBC im Jahr 2014 den dritten Platz erreicht. Schon als Teenager hatte sie Youtube-Videos mit Coverversionen großer Hits veröffentlicht, die Aufnahmen haben sich bislang Millionen Nutzer angeschaut.

«Es gibt keine Worte»

Grimmie hatte vor dem Konzert ein Video von sich gepostet und Fans zu dem Auftritt eingeladen. Nach Bekanntwerden der Schüsse wurde der Hashtag #PrayforChristina einer der beliebtesten auf Twitter. Später äußerten Fans unter #RIPChristina ihre Trauer. Auch die Organisatoren von «The Voice» schrieben: «Es gibt keine Worte. Wir haben eine wunderschöne Seele mit einer erstaunlichen Stimme verloren.»

– Christina Grimmie (@TheRealGrimmie) 10. Juni 2016

Die letzte Videobotschaft: Christina Grimmie hat ihre Fans noch fürs Konzert im Plaza Live in Orlanda eingeladen. (Twitter/Christina Grimmie)

Grimmie stammte aus New Jersey. Zeitungsberichten zufolge zog sie 2012 nach Los Angeles, nachdem sie mit Selena Gomez auf Tour gegangen war. Ihre Sprecherin Heather Walsh erklärte, Grimmie sei nun «zum Herrn heimgekehrt».

(L'essentiel/afo/sda)

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