Für Transsexuelle – Mann? Frau? Umtragung soll vereinfacht werden
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Für TranssexuelleMann? Frau? Umtragung soll vereinfacht werden

LUXEMBURG – Zwei CSV-Abgeordnete haben einen Gesetzesvorschlag eingereicht, der es transsexuellen Menschen erleichtern soll, auf dem Papier das andere Geschlecht anzunehmen.

Transsexuelle Menschen, die in Luxemburg auf dem Papier das jeweils andere Geschlecht eintragen lassen möchten, haben derzeit hohe Hürden zu überwinden. Unter anderem müssen sie sich ihre Sexualität von einem Psychiater bestätigen lassen und sich einer Hormonbehandlung unterziehen. Zwei CSV-Abgeordnete, Sylvie Andrich-Duval und Françoise Hetto-Gaasch, haben nun einen Gesetzesvorschlag zur Vereinfachung einer amtlichen Umtragung in der Chamber eingereicht. Eine solche ist auch Bestandteil des Koalitionsprogramms der Bettel-Regierung.

«Eine chirurgische Geschlechtsangleichung, eine Hormontherapie sowie psychologische oder sonstige medizinische Behandlungen dürfen nicht als Voraussetzung zur Berichtigung des Zivilstands verlangt werden», heißt es im einzigen Artikel des am Dienstag eingereichten Gesetzesvorschlags.

Bürokratische Hürden

Sollte er angenommen werden, müsste eine Person, die ihren Zivilstand ändern möchte, vorher lediglich einen Arzt konsultieren, der sie über die Folgen einer Berichtigung des Zivilstandes aufklärt. Minderjährige Transsexuelle benötigten zudem das Einverständnis der Eltern. Für Andrich-Duval und Hetto-Gaasch bestehe das Ziel eines solchen Gesetzes in der Selbstbestimmung der Transsexuellen.

Zu beachten: Da der Vorschlag aus den Reihen der Opposition stammt, muss zunächst das «Bureau de la Chambre» darüber entscheiden, ob der Gesetzgebungsprozess eingeläutet werden soll. In diesem Fall müsste die Regierung einen Gesetzestext ausarbeiten, bevor er dann in der zuständigen Kommission und schließlich im Parlament debattiert würde.

(fr/L'essentiel/vs)

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