China: Mann zündet seine Ex-Frau während Livestream an

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ChinaMann zündet seine Ex-Frau während Livestream an

Eine bekannte chinesische Vloggerin ist vom Ex-Mann mit Benzin übergossen und angezündet worden. Nun wurde die Todesstrafe gegen den Täter vollzogen.

Die Frau hatte unter dem Nickname «Lamu» mehr als 885.000 Follower auf Douyin – der chinesischen Version von Tiktok – und postete regelmäßig Videos von ihrem täglichen Leben. (Symbolbild)

Die Frau hatte unter dem Nickname «Lamu» mehr als 885.000 Follower auf Douyin – der chinesischen Version von Tiktok – und postete regelmäßig Videos von ihrem täglichen Leben. (Symbolbild)

Ng Han Guan/AP/picturedesk.com

Ein chinesisches Gericht hat einen Mann wegen der Tötung seiner Ex-Frau hingerichtet. Das teilte das Gericht in der Provinz Sichuan am Samstag im Internet mit. Tang Lu war schuldig gesprochen worden, seine frühere Ehefrau im September 2020 angezündet zu haben, während diese einen Beitrag auf der Videoplattform Douyin streamte. Die 30-Jährige erlag einige Wochen später ihren Verletzungen.

Das Opfer war laut CNN eine Bäuerin und Livestreamerin in einer autonomen tibetischen Präfektur in der südwestlichen Provinz Sichuan. Sie hatte unter dem Nickname «Lamu» mehr als 885.000 Follower auf Douyin – der chinesischen Version von Tiktok – und postete regelmäßig Videos von ihrem täglichen Leben bei der Nahrungssuche in den Bergen, beim Kochen und beim Playback-Singen zu Liedern in traditioneller tibetischer Kleidung.

Am Tag des tödlichen Anschlags streamte sie ein Video, als ihr Ex-Mann in die Wohnung eindrang, sie mit Benzin übergoss und in Brand setzte. Das Gericht befand, dass sein Verbrechen «extrem grausam» war und «eine harte Strafe verdient», berichtet CCTV.

Jahrelang häuslicher Gewalt ausgesetzt

Der Fall hatte in China für Aufsehen gesorgt. Die Schwester des Opfers sagte einem Medienbericht zufolge, dass die 30-Jährige jahrelang häuslicher Gewalt durch Tang ausgesetzt gewesen sei. Deshalb habe sie sich scheiden lassen. Danach habe der Mann sie immer wieder aufgesucht und sie gebeten, ihn wieder zu heiraten.

Der grausame Tod der Frau hat in China eine Diskussion um häusliche Gewalt ausgelöst. In den sozialen Medien gab es hitzige Debatten darüber, dass das Rechtssystem des Landes die Opfer oft nicht schütze, während die Täter in vielen Fällen begnadigt würden. Ein Teil des Problems ist laut Aktivistinnen und Aktivisten die anhaltende und tief verwurzelte Vorstellung, dass häusliche Streitigkeiten ein privates Problem der Familie seien – was oft bedeute, dass die Behörden zögerten, sich einzuschalten, oder dass Frauen mit einem sozialen Stigma konfrontiert würden, wenn sie sich äußerten. Bis 2001 galt Misshandlung in China nicht als Scheidungsgrund.

(L'essentiel/red)

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