Teuflischster Erreger: Marburg-Virus breitet sich aus – zwei neue Fälle in Ghana

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Teuflischster ErregerMarburg-Virus breitet sich aus – zwei neue Fälle in Ghana

Einen Monat nachdem das Marburg-Virus erstmals in Ghana nachgewiesen wurde, bestätigt die WHO zwei neue Fälle. Gegen die von ihm ausgelöste Infektion gibt es weder Impfung noch Medikamente.

von
Fee Anabelle Riebeling
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In Ghana wurden zwei weitere Infektionen mit dem Marburg-Virus registriert. Damit gibt es nun vier Fälle, von denen zwei Personen infolge der Erkrankung verstorben sind. Bei dem aktuellen Ausbruch handelt es sich erst um den zweiten überhaupt in Westafrika. (Im Bild: Nationaltheater in Accra, Ghana)

In Ghana wurden zwei weitere Infektionen mit dem Marburg-Virus registriert. Damit gibt es nun vier Fälle, von denen zwei Personen infolge der Erkrankung verstorben sind. Bei dem aktuellen Ausbruch handelt es sich erst um den zweiten überhaupt in Westafrika. (Im Bild: Nationaltheater in Accra, Ghana)

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Der erste Marburg-Virus-Fall in Westafrika wurde laut WHO im Sommer 2021 nachgewiesen.

Der erste Marburg-Virus-Fall in Westafrika wurde laut WHO im Sommer 2021 nachgewiesen.

Wikimedia Commons/ University of Texas Medical Branch at Galveston/CC BY-SA 4.0
Der Fall sei in Guinea entdeckt worden, sagte die WHO-Regionaldirektorin Matshidiso Moeti damals.

Der Fall sei in Guinea entdeckt worden, sagte die WHO-Regionaldirektorin Matshidiso Moeti damals.

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Der Ausbruch des Marburg-Virus in Ghana ist noch nicht gestoppt. Am Mittwoch bestätigte der stellvertretende Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Ibrahima Socé Fall, weitere Fälle des Erregers in dem westafrikanischen Land. «Wir haben zwei weitere Fälle», so der Gesundheitsexperte vor Journalisten.

Erst vor rund vier Wochen waren die ersten Infektionen mit dem hochansteckenden Ebola-Verwandten, der ebenfalls ein hämorrhagisches Fieber auslöst, in Ghana gemeldet worden. Die beiden infizierten Männer sind mittlerweile verstorben.

Letzter Ausbruch innerhalb 42 Tagen gestoppt

Bei dem aktuellen Ausbruch handelt es sich erst um den zweiten überhaupt in Westafrika. Der erste Fall in der Region wurde im Jahr 2021 in Guinea nachgewiesen. Damals gelang es den Gesundheitsbehörden Guineas und der WHO den Ausbruch innerhalb von 42 Tagen einzudämmen. Dies mithilfe von «umgehend eingeleiteten» Notfallmaßnahmen, teilte die WHO damals mit.

«Ohne sofortiges und entschlossenes Handeln können hochinfektiöse Krankheiten wie Marburg leicht außer Kontrolle geraten. Heute können wir auf die wachsende Erfahrung bei der Bekämpfung von Krankheitsausbrüchen in Guinea und der Region verweisen, die Leben gerettet und eine Ausbreitung des Marburg-Virus eingedämmt und verhindert hat», sagte Matshidiso Moeti, die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, damals. Das Marburg-Virus gilt als teuflischster Erreger der Welt.

Darum heißt das Virus wie eine deutsche Stadt

Intensive Kontaktverfolgung

Ob auch der aktuelle Ausbruch so rasch eingedämmt werden kann, wird sich zeigen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters sagte Soce Fall, dass nach den Informationen aus Ghana rund 180 Kontakte verfolgt würden und die WHO-Teams sicherstellen würden, dass keiner übersehen werde. Dass die Fälle aus drei verschiedenen Regionen Ghanas gemeldet worden seien, stelle eine «sehr schwierige» Situation dar. «Obwohl die Zahl der Fälle im Moment nicht sehr hoch ist, müssen wir sicherstellen, dass jeder Hotspot gestoppt werden kann, sonst wird die Situation noch komplexer.»

Das Virus wird von Fledermäusen auf Menschen übertragen und verbreitet sich durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten, Oberflächen und Materialien, so die WHO. Ein Medikament oder eine Impfung gegen den Erreger gibt es bislang nicht.

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