Nach Korruptionsskandal: Marc Angel will für mehr Egalität in Europa sorgen

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Nach Korruptionsskandal Marc Angel will für mehr Egalität in Europa sorgen

LUXEMBURG – Seit der vergangenen Woche ist der Luxemburger Marc Angel Vizepräsident des Europäischen Parlaments. Mit L'essentiel spricht er über sein neues Amt.

von
Joseph Gaulier
Marc Angel wurde am vergangenen Mittwoch zum Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments gewählt.

Marc Angel wurde am vergangenen Mittwoch zum Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments gewählt.

AFP

Wie war Ihr erster Eindruck nach Ihrer Wahl?

Ich war stolz, das muss ich zugeben. Luxemburg ist nur mit sechs von 705 Abgeordneten vertreten. Ich war froh, dass ich die absolute Mehrheit erreicht hatte.

Zeigt dies die Bedeutung Luxemburgs in den EU-Institutionen?

Wir sind ein kleines Land, aber wir müssen keine Scheu haben, solange wir gute Arbeit verrichten. Wir werden aufgrund unserer Tätigkeit ernst genommen, nicht wegen der Größe unseres Landes. Wir sind nicht besser als andere, sondern genauso gut. Wir Luxemburger wissen, wie man Brücken baut, das hilft gerade während dieser schwierigen Zeiten.

Wie kann das Ansehen des EU-Parlaments nach dem Korruptionsskandal wiederhergestellt werden?

Wir müssen an der Transparenz und Korruptionsbekämpfung arbeiten. Die Parlamentspräsidentin hat zu diesem Zweck einen Plan mit 14 Punkten herausgearbeitet. Jeder von uns sollte daran arbeiten, ein Vorkämpfer für Transparenz in der Politik zu sein. Die EU hat im vergangenen Jahr großartige Arbeit geleistet, aber diese ist wegen des schrecklichen Skandals in Vergessenheit geraten.

Was sind die wichtigsten Themen, die bis zum Ende des Mandats weiterentwickelt werden sollten?

Das hängt davon ab, welches Ressort ich erhalte. Aber ich bin ein starker Befürworter der Union und der Gleichheit: Gleichstellung der Geschlechter, Armutsbekämpfung und Hilfe für die Schwächsten. Ich möchte mich auch für eine nachhaltige Entwicklung einsetzen, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte beinhaltet.

Wurde die sozialistische Fraktion durch den Skandal erschüttert?

Der Skandal ist in unseren eigenen Reihen passiert, wir wurden von einigen Mitgliedern betrogen. Aber wir sind hier, um noch härter zu arbeiten. Ich möchte Europa voranbringen und dafür sorgen, dass die extreme Rechte die Situation nicht ausnutzt. Denn sie steht nie an der Seite der Bürger. Wir wollten beispielsweise eine Agentur für Verbraucherschutz ins Leben rufen und die Rechte von Plattformarbeitern sichern, sie haben jedoch dagegen gestimmt.

Werden Sie 2024 erneut kandidieren?

Ich habe Lust, Europa weiter voranzubringen und mich für ein gerechteres Europa einzusetzen. Ich werde kandidieren, ich hoffe, dass meine Partei mich weiterhin unterstützen wird. Ich bin zuversichtlich.

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