Bluttat auf Sizilien – Marco starb, weil er seine Kollegin beschützte

Publiziert

Bluttat auf SizilienMarco starb, weil er seine Kollegin beschützte

Ein 22-Jähriger stellt sich in der italienischen Stadt Canicattì vor seine Begleiterin, als diese belästigt wird. Seinen Mut bezahlt er mit dem Tod.

Ein Mord auf offener Straße und vor Dutzende Augenzeugen versetzt die Stadt Canicattì in der Provinz Agrigent an der Südküste Siziliens in Schock. In der Nacht auf Sonntag wurde der 22-jährige Marco Vinci erstochen, nachdem er seine Begleiterin vor den verbalen und tätlichen Angriffen des Täters beschützt hatte.

Vinci und seine Kollegin, eine 38 Jahre alte Lehrerin, befanden sich in einer Bar, als sich den beiden ein Mann näherte und die Frau bedrängte. «Er beleidigte sie und versuchte, sie zu berühren», sagt Anthony Vinci aus Volketswil, Cousin des Opfers. Es folgte ein Wortgefecht, das in eine Schlägerei mündete. Erst als der Barbesitzer eingriff, gingen die beiden Männer auseinander.

Täter fuhr heim, um eine Waffe zu holen

Doch damit war der Streit nur scheinbar beigelegt. Wenig später betrat der Mann, laut Polizeiangaben der 34-jährige Daniele Lodaro, die Bar wieder. Er war nach Hause gefahren, um sich ein Messer zu besorgen. Ohne zu zögern sei er auf Vinci losgegangen und habe mit einer 26 Zentimeter langen Klinge auf den jungen Landarbeiter eingestochen. «Er versetzte ihm zehn Messerstiche in den Brust- und Bauchbereich», so der Cousin.

«Die Ambulanz kam etwa zehn, 15 Minuten später. Marco war noch am Leben», erzählt Anthony. Zu wenig schnell für den jungen Mann. Er starb auf dem Weg ins Krankenhaus. «Niemand hatte den Mut, Marco in ein Auto zu setzen und ins Krankenhaus zu bringen», bedauert der Cousin.

Ein ganzes Dorf trauert

Wie der «Corriere della Sera» berichtet, konnte die Polizei Lodaro noch am Sonntag festnehmen. Er sitzt in Untersuchungshaft. «Er ist vorbestraft und sass bereits zweimal im Knast, unter anderem wegen Drogendelikten», weiß Anthony Vinci, der am Morgen nach der Tat mit dem ersten Flug aus der Schweiz nach Sizilien flog.

Die Familie und das ganze Dorf trauern um Marco. «Er hatte noch sein ganzes Leben vor sich, er war ein wunderbarer und großzügiger Mensch», sagt Anthony. In vier Wochen hätten die beiden Cousins ihre Ferien gemeinsam in der Schweiz verbracht.

(L'essentiel/kle)

Deine Meinung