Coronavirus in Luxemburg – Maskenpflicht ist den Unternehmen überlassen

Publiziert

Coronavirus in LuxemburgMaskenpflicht ist den Unternehmen überlassen

LUXEMBURG – Die Luxemburger Regierung hat nicht die Absicht, Schutzmasken in allen Unternehmen zur Pflicht zu machen.

Einige Unternehmen haben ihre Mitarbeiter mit Schutzmasken ausgestattet.

Einige Unternehmen haben ihre Mitarbeiter mit Schutzmasken ausgestattet.

Schutzmasken gehören nun zum Alltag und sind im öffentlichen Raum kaum noch wegzudenken. In Geschäften oder bei größeren Treffen sind sie sogar vorgeschrieben. Doch wie sieht es am Arbeitsplatz aus? «Jedes Unternehmen kann frei entscheiden, ob die Mitarbeiter eine Schutzmaske tragen sollen oder nicht», erklärt eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums auf Nachfrage von L’essentiel. Die Regierung habe nicht die Absicht, die Gesetzgebung in diesem Zusammenhang zu ändern. Wo kein Sicherheitsabstand von zwei Metern eingehalten werden kann, wird seitens der Regierung jedoch das Tragen einer Maske empfohlen.

Einige Unternehmen – wie zum Beispiel ING – haben bereits Maßnahmen ergriffen. «Wir haben unsere Mitarbeiter mit Mikrofasermasken und Desinkektionsgel ausgestattet», sagt eine Sprecherin der Bank. Ein Mund-Nasen-Schutz sei «ab dem Zeitpunkt, zu dem die Mitarbeiter im Gebäude unterwegs sind» Pflicht. Solange sie an ihrem Schreibtisch sitzen bleiben, können sie die Maske abnehmen. Darüber hinaus wurde bei ING eine Rotation zwischen Mitarbeitern, die am Arbeitsplatz oder im Homeoffice arbeiten eingeführt. Dadurch wird das Gebäude gleichzeitig nur von der Hälfte der Mitarbeiter besetzt.

«Je nach Berufszweig»

Bei ArcelorMittal müssten die Mitarbeiter seit dem 18. Mai eine Schutzmaske tragen, wenn sie im Gebäude unterwegs sind, oder wenn sich mindestens zwei Personen gleichzeitig in einem geschlossenen Raum befinden, wie ein Sprecher der Firma erklärte. Sitzungen würden weiterhin per Videokonferenz stattfinden. Falls diese jedoch in der Firma stattfinden sollten, ist das Tragen eines Munschutzes obligatorisch. Außerdem sei «die Sitzungsraumkapazität geringert worden». Bei PWC «müssen sowohl die Mitarbeiter als auch die Besucher beim Betreten und bei der Fortbewegung im Gebäude eine Maske tragen». Die Arbeitsbereichte seien übrigens umgestaltet worden, damit zwischen den Mitarbeitern einen Sicherheitsabstand eingehalten werden kann.

Die Gewerkschaften sprachen sich ebenfalls zu diesem Thema aus. «Die Schutzmaske muss unbedingt Pflicht sein, wenn der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann», betont der stellvertretende Generalsekretär der LCGB-Gewerkschaft Robert Fornieri. Seiner Meinung nach könnten sich in Unternehmen sogenannte «Clusters» bilden. Um das zu vermeiden, sollten «im Einzelfall, je nach Berufszweig und in Absprache mit der Personaldelegation» gewisse Regeln eingeführt werden.

Im Industriesektor – wo Sicherheit bereits Teil der Unternehmenskultur ist – sei das Tragen eines Mundschutzes besser akzeptiert, wie Fornieri bisher feststellen konnte. Seitens der OGBL sprach Jean-Luc De Matteis von Maßnahmen, die «zusammen mit der Arbeitsmedizin» getroffen werden müssten. Das Tragen einer Maske sei «nicht immer angenehm, aber die Gesundheit der Menschen steht im Vordergrund», sagt er. De Matteis habe bereits von Mitarbeitern gehört, die von der Polizei bestraft wurden, weil sie auf ihrem Arbeitsplatz keine Maske trugen.

(jg/L'essentiel)

Deine Meinung