Ausgesetzt – Meerschweinchen wurden einfach weggeworfen

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AusgesetztMeerschweinchen wurden einfach weggeworfen

ESCH/ALZETTE – 30 Meerschweinchen wurden einfach über den zwei Meter hohen Zaun im Déierepark geworfen. Immer wieder landen vernachlässigte Haustiere im Tierpark.

Erst geliebt, dann weggeworfen: Die Meerschweinchen waren von Parasiten befallen.

Erst geliebt, dann weggeworfen: Die Meerschweinchen waren von Parasiten befallen.

Alain Rischard

Mitte September fand das Team des Escher Déiereparks dreißig Meerschweinchen in einem Gehege, in dem sich normalerweise nur Hühner befinden. Wie die Tiere hier rein gekommen waren, verrieten die Verletzungen, die sie am ganzen Körper hatten. Sie waren einfach über den fast zwei Meter hohen Zaun geworfen worden.

Die Kollegen sammelten die Meerschweinchen ein. Es war nicht das erste Mal, dass sie sich um Haustiere kümmern mussten, die plötzlich nicht mehr gewollt wurden. «Es wurden auch schon mal Kaninchen in unserem Park ausgesetzt. Aber es waren noch nie so viele Tiere», sagt Anne Meyer, die Leiterin des Tierparks.

Gemeinsam mit einem Verein kümmerten sich die Pfleger um die Tiere. «Wir haben sie alle behandeln lassen», sagt Meyer. Neben dem Arbeitsaufwand kam die Frage: Wohin mit den vielen Tieren?

«Wir sind kein Tierheim, wir sind ein Tierpark», stellt Meyer klar. Damit das Zusammenleben der Tiere im Park funktioniert, werde die Population genau beobachtet, «was die Zahl der Geburten, das Geschlecht und auch ihren Gesundheitszustand betrifft», sagt Meyer.

Immer wieder werden Tiere ausgesetzt

Die männlichen Tiere konnten im Park bleiben. Für die 20 weiblichen Meerschweinchen wurde ein neues Zuhause gefunden.

Doch eine Frage bleibt: Wie kann die Einrichtung verhindern, dass sich diese Vorfälle wiederholen? «Es gibt keine echte Lösung», sagt der Meyer resigniert. «Der gesunde Menschenverstand sollte einem sagen, dass man Tiere nicht einfach wegwerfen darf. Wir können uns mit unserer Arbeit nur darum bemühen, ein Bewusstsein für den richtigen Umgang mit Tieren zu schaffen und schon Kindern beibringen, wie man mit Tieren umgeht. Das werden wir auch weiterhin tun.»

Für Anne Meyer ist das Aussetzen von Tieren ein echtes Problem. Immer wieder werden auch Hunde ausgesetzt. «Mal stören sie auf dem Weg in die Ferien. Mal treten Allergien in der Familie auf», weiß Meyer. Darum kann sie nur daran appellieren, dass sich künftige Tierhalter die Konsequenzen bewusst machen, bevor sie sich ein Tier zulegen.

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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