Luxemburg: Mehr als die Hälfte der beschlagnahmten Medikamente waren vom Typ «Viagra»

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LuxemburgMehr als die Hälfte der beschlagnahmten Medikamente waren vom Typ «Viagra»

LUXEMBURG – Die Gesundheitsbehörde und das LNS warnen vor Tabletten zur Behandlung von Erektionsstörungen, da einige nicht den Anforderungen entsprächen und gar gefährlich seien.

von
Marion Chevrier
In den vergangenen fünf Jahren wurden 5570 illegale Medikamente beschlagnahmt.

In den vergangenen fünf Jahren wurden 5570 illegale Medikamente beschlagnahmt.

LNS

Jedes Jahr werden mehrere Tausend Medikamente illegal nach Luxemburg eingeführt, nachdem sie von Privatpersonen im Internet gekauft wurden. Der Zoll wacht darüber und hat in den letzten fünf Jahren 5570 Produkte beschlagnahmt. Bei mehr als der Hälfte (55 Prozent) handelte es sich um Medikamente vom Typ «Viagra» zur Behandlung von Erektionsstörungen.

Das Nationale Gesundheitslabor (LNS) führt seit 2016 eine systematische Untersuchung der Qualität dieser Produkte durch und stellte fest, dass die pharmakologische Qualität dieser Medikamente zugenommen habe. Die Dosierung von Sildenafil – dem Wirkstoff, der in Produkten zur Behebung von Erektionsstörungen enthalten ist – entsprach im Jahr 2020 in 67,3 Prozent der Fälle der Kennzeichnung, während sie 2016 nur 38,5 Prozent betrug.

LNS

Das NSL stellt jedoch fest, dass selbst im Jahr 2021 etwa eine von drei Tabletten nicht den in der Europäischen Union erforderlichen Qualitätskriterien entsprach. Entweder weil eine Unter- oder Überdosierung von Sildenafil vorlag oder weil einige der im Produkt enthaltenen Moleküle nicht auf dem Etikett angegeben waren.

«Die in Luxemburg zugelassenen Arzneimittel unterliegen strengen Qualitätskriterien, die von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) festgelegt wurden, und werden Qualitätskontrollen unterzogen», erinnern die Leiter der Studie, Dr. Serge Schneider vom LNS und Apothekerinspektor Marc Schmit von der Gesundheitsdirektion. «Nicht konforme oder gefälschte Arzneimittel können die Gesundheit der Verbraucher schädigen.»

Die Behörden rufen daher zur Wachsamkeit auf und fordern die Verbraucher auf, sich über die Vorgehensweise zu informieren, wenn es darum geht, Medikamente online zu bestellen.

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